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August Hudler in Dresden

Ein Bildhauer auf dem Weg zur Moderne

19. September 2015 verlängert bis 30. März 2016
Eine Ausstellung der Skulpturensammlung und der Galerie Neue Meister im Albertinum

Der Beginn des 20. Jahrhunderts war eine spannungsvolle Zeit des Aufbruchs. Eine junge Generation von Künstlern setzte neue Impulse „gegen die ‚fin de siècle‘ und ‚Dekadenz‘ benannte Abendmüdigkeit des zu Ende gehenden Jahrhunderts“, so Friedrich Ahlers-Hestermann.

Einer dieser Wegbereiter war August Hudler (1868–1905), der von 1900 bis zu seinem Tode 1905 in Dresden tätig war. In den Jahren um 1900 stand er auf dem Höhepunkt seines kurzen Schaffens. Der Reform-Architekt Fritz Schumacher erinnerte sich an den Künstler als einen „kraftstrotzenden Bildhauer von schärfster Charakterisierungskunst“. Diese Beobachtungsgabe zeigte sich zu Beginn der Karriere in überaus lebendig wirkenden Porträts. Sie äußerte sich aber auch in seinem Interesse an der Darstellung des einfachen Menschen und des menschlichen Körpers generell. Ebenso spielten religiöse Themen in August Hudlers Schaffen eine große Rolle. Sein innovatives Altar-Ensemble in der Christuskirche in Dresden-Strehlen gilt noch heute als ein Höhepunkt christlicher Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in der sächsischen Metropole.


Arbeiten des bei Dachau in Oberbayern geborenen Künstlers befinden sich heute in Berlin, Leipzig, Magdeburg, München und vor allem in Dresden. Hier entstand eine Reihe bemerkenswerter Bildwerke, von denen sich zahlreiche, aber kaum bekannte Entwürfe in der Skulpturensammlung erhalten haben und erstmals seit über hundert Jahren wieder ausgestellt werden. Nachdrücklich gefördert wurde Hudler vom damaligen Direktor der Dresdner Skulpturensammlung Georg Treu.

Hudlers Kunst fand jahrzehntelang kaum Beachtung. Sein Schaffen wird durch diese Retrospektive einem breiteren Publikum vorgestellt und als eine wichtige Position deutscher Plastik präsentiert. Die Ausstellung und ein aus diesem Anlass erscheinender Katalog bieten erstmals die grundlegende Erforschung und Würdigung eines Reformkünstlers.