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100 Jahre Wendt & Kühn

Dresdner Moderne aus dem Erzgebirge

20. Juni 2015 bis 10. Januar 2016
Eine Ausstellung des Museums für Sächsische Volkskunst im Jägerhof

Wer kennt sie nicht, die musizierenden Engel mit den elf Punkten auf den Flügeln, die Blumenkinder oder die Beerensammler aus der Werkstatt in Grünhainichen. Nicht nur in Sachsen sind die entzückenden Holzfiguren von Wendt & Kühn innig geliebt und heiß begehrt; sie werden auf der ganzen Welt gesammelt.

Zum hundertjährigen Jubiläum der 1915 gegründeten Firma Wendt & Kühn präsentiert das Museum für Sächsische Volkskunst ihre Entstehungsgeschichte. Alles fing damit an, dass die beiden Firmengründerinnen Margarete Wendt und Margarete Kühn ab 1907 die erste Damenklasse der Königlich-Sächsischen Kunstgewerbeschule Dresden besuchten; zu einer Zeit, als in dieser Stadt die künstlerische Szene brodelte und in Kunst, Kunstgewerbe und Architektur neue Wege gesucht und gefunden wurden. Hier in der Reformkunst Dresdens zwischen Jugendstil, Volkskunst und Moderne liegt das Erfolgsgeheimnis der jungen Gestalterinnen, mit dem sie die Tradition der erzgebirgischen Spielzeugmacherei auf eine völlig neue Art belebten.

Die Ausstellung schildert mit über 300 Exponaten das künstlerische Umfeld, das die beiden Designerinnen prägte: ihre Vorausbildung unter den Geschwistern Kleinhempel, ihr Studium bei Margarete Junge, ihre Mitschülerinnen und Kollegen, die früh geknüpften Verbindungen zu den Deutschen Werkstätten Hellerau, zum Werkbund und zum neu gegründeten Verein Sächsischer Heimatschutz. Bisher nie gezeigte Werke aus der Frühzeit der Firma belegen die Breite der Entwurfstätigkeit in der Anfangsphase von Grabkreuzen und Kleinmöbeln über Puppenhäuser und Reformspielsachen bis zu Rauchutensilien und "Tändelkram" für die moderne junge Frau. Erst allmählich entwickelten sich die markanten Kinder-, Engel- und Weihnachtsfiguren zum erfolgreichen bis heute tragenden Markenzeichen von Wendt & Kühn.

Die Ausstellung ist das Ergebnis einer engen wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der Firma Wendt & Kühn und dem Museum für Sächsische Volkskunst Dresden und zeigt zahlreiche bisher völlig unbekannte Dokumente, Zeichnungen und Figuren aus den umfangreichen Beständen beider Häuser sowie aus Privatbesitz und weiteren Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.