Die Ausstellung wird ermöglicht durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und den Kulturraum Leipziger Raum
16. Mai 2012 - 31. Oktober 2013
Eine Ausstellung der Rüstkammer in Kooperation mit dem Landkreis Nordsachsen und der Großen Kreisstadt Torgau als Auftakt der im Rahmen der Lutherdekade auf Schloss Hartenfels geplanten Sonderausstellungen.
200 ausgewählte Objekte, die vormalig u. a. der Bewaffnung und Ausstattung kursächsischer Leibgarden dienten, werden in einer großen Sonderausstellung präsentiert. Die in ihrer Qualität und Vielfalt wohl einmaligen Bestände der Rüstkammer werden erstmalig vor dem Hintergrund der kursächsischen Konfessionspolitik eingehend beleuchtet.
Fürstliche Leibgarden waren vor der Einführung stehender Heere und mit Ausnahme der Festungsbesatzungen die einzigen ständig unter Waffen stehenden Einheiten und als solche auch vom Hof besoldet. Wie in anderen europäischen Ländern existierten auch im Kurfürstentum Sachsen seit dem 16. Jahrhundert Leibgarden zu Ross und zu Fuß, fest etabliert von Kurfürst August (1526, reg. 1553-1586) im Jahre 1553. Während die Fußtrabanten – auch als Trabanten-Leibgarde zu Fuß oder „Leib-Guardie am Hofe“ bezeichnet – die Residenz bewachten, Dienst am Hof taten und für den persönlichen Schutz des Herrschers sorgten, begleiteten die berittenen Leibgarden –anfangs als „Reisiges Hofgesinde“ bezeichnet– den Kurfürsten auf Reisen zu Reichstagen, Fürstentagen oder zur Jagd. Das „Reisige Hofgesinde“ setzte sich zum Großteil aus der sächsischen, meißnischen und thüringischen Ritterschaft und Mitgliedern höherer sächsischer und ausländischer Adelsfamilien zusammen.
Eine Glanzzeit erlebten die Trabanten in Kursachsen unter Kurfürst Christian I. (1560, reg. 1586-1591), da dieser nicht nur die Anzahl der Trabanten erhöhte, sondern im Zusammenhang mit der Absicherung seiner Konfessionspolitik die Truppe der berittenen „Edlen Pursch“ aufstellte.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.