Zur Hauptnavigation

Zum Inhalt

Zur Bereichsnavigation

Die Pascaline von Blaise Pascal, um 1650

Bis zur Wiedereröffnung des Mathemathisch-Physikalischen Salon am 14. April 2013 wird jeden Monat ein Meisterwerk vorgestellt, seine Sammlungsgeschichte erzählt und seine Funktionsweise und Nutzung erklärt. Den Beginn macht die Rechenmaschine von Blaise Pascal, die um 1650 entstandene, sogenannte "Pascaline".

  • Rechenmaschine

    Diese Maschine zählt zu den weltweit ältesten erhaltenen Rechenmaschinen. Sie wurde unter Anleitung des berühmten französischen Mathematikers, Naturphilosophen und Religionstheoretikers Blaise Pascal (1623 – 1662) gebaut. Von Pascals Maschinen sind nur einige wenige erhalten geblieben – diese zehnstellige in der Sammlung des Mathematisch-Physikalischen Salons ist die einzige in einer öffentlichen Sammlung außerhalb Frankreichs und die größte überhaupt.

  • Funktionsweise

    Die primäre Funktion von Pascals Maschine ist die Addition. Die Speichenräder auf dem Kastendeckel der Pascaline dienen der Einstellung. Jedes Rad entspricht einer bestimmten Stelle – Einer, Zehner, Hunderter etc. –, und die zu addierenden Zahlen werden stellenweise eingegeben. Mit einem spitzen Griffel greift man zwischen die Speichen neben der gewünschten Ziffer und dreht das Rad bis zum Anschlag, so wie bei einer alten Telefonwählscheibe. Im Inneren sorgt dann ein Mechanismus aus Stifträdern und Schaltklinken dafür, dass oben in der Reihe der Anzeigefenstern die gewünschte Zahl erscheint. Für die Addition zweier Zahlen gibt man diese einfach nacheinander ein; das Resultat erscheint dann in den Fenstern.

    Pascal erfand für den mechanischen Zehnerübertrag einen subtilen Hebelmechanismus, der den Übertrag von einer auf der nächsten Stelle durch das Anheben eines Fallhebels vorbereitet. Dieser Mechanismus funktioniert auch mehrstellig, wie man es z.B. beim Addieren von 999 und 1 braucht.

    Dass die Dresdner Maschine für das Rechnen mit Geldsummen gedacht war, ist ihr anzusehen: Über den rechten beiden Rädchen – den „Nachkommastellen“, wenn man will – stehen die Bezeichnungen „Deniers“ ganz rechts und „Solz“ daneben, alte französische Münzeinheiten: 12 Deniers machten ein Solz aus, und 20 Solz ein Livre (Pfund).

  • Präsentation

    In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden hat der Mathematisch-Physikalische Salon eine interaktive, digitale Version der „Pascaline“ konstruiert. Der zukünftige Besucher des Salons wird das Originalexponat bestaunen und auf dem digitalen Nachbau direkt daneben eigene Berechnungen durchführen können. Einen Eindruck bietet der obige Film.