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Zwinger mit Semperbau

Der weltbekannte Zwinger gehört zu den großartigsten Bauwerken des Barock in Deutschland. Mit seinen Pavillons und Galerien, dem »Kronentor«, dem »Nymphenbad« und nicht zuletzt dem Garten im Zwingerhof ist er eine Oase für jeden Dresden-Besucher. Der befremdlich erscheinende Begriff »Zwinger« stammt aus der Befestigungskunst und verweist auf die ursprüngliche Lage des Baus vor der Ringmauer der Stadt. Doch schon zu Zeiten Augusts des Starken hatte der Zwinger keineswegs die Funktion einer Befestigungsanlage.

Der Zwingerhof war Garten und Orangerie – eine Stätte für höfische Festivitäten, und seine Gebäude beherbergten schon damals die kurfürstlichen Kunstsammlungen und die Bibliothek. Mit den von Balustraden, Figuren und Vasen gesäumten Galerien ist ein barockes Gesamtkunstwerk entstanden, in dem Architektur und Skulptur unauflöslich miteinander verbunden sind.

Erst Mitte des 19. Jahrhunderts schloss der Architekt Gottfried Semper die zur Elbe hin offene Seite mit einem Galeriegebäude ab. Das 1855 eröffnete und heute Semperbau genannte Gebäude war eines der wichtigsten Museumsprojekte des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Es beherbergte bis zum Zweiten Weltkrieg außer der Gemäldegalerie auch das Kupferstich-Kabinett und die Mengssche Abguss-Sammlung antiker Skulpturen. Wer heute durch den Zwingerhof flaniert, empfindet das Architekturensemble als harmonisch, obwohl der Semperbau sich durch seine strengere und feierlichere Architektursprache deutlich von der barocken Verspieltheit des Zwingers absetzt. Semper passte die Fensterfront der hofseitigen Fassade den Rundbögen der Zwingerarchitektur an, gekonnt, aber unaufdringlich.

Zwinger und Semperbau brannten bei dem Bombenangriff am 13. Februar 1945 aus und wurden in den 50er und 60er Jahren wieder aufgebaut. Heute sind im Zwinger die Porzellansammlung und der Mathematisch-Physikalische Salon beheimatet. Im Semperbau am Zwinger präsentiert sich die Gemäldegalerie Alte Meister.