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Sammlungsgeschichte

Wer kennt nicht die beiden Engelchen, die so sympathisch entspannt am unteren Bildrand der „Sixtinischen Madonna“ lehnen? Sie erfreuen die Besucher der Gemäldegalerie Alte Meister nun schon seit über 250 Jahren. Mit dem Ankauf der "Sixtinischen Madonna" erfüllte sich August III., sächsischer Kurfürst und König von Polen, den lang gehegten Wunsch, endlich in Besitz eines originalen Werkes von Raffael zu gelangen.

Die meisten Hauptwerke, die heute in der Gemäldegalerie Alte Meister zu bewundern sind, wurden in nur etwa einem halben Jahrhundert zusammengetragen. Zwar befanden sich schon in der 1560 gegründeten kurfürstlich-sächsischen Kunstkammer zahlreiche Gemälde, doch eine systematische Sammeltätigkeit erfolgte erst unter August dem Starken (1670 – 1733) und insbesondere seinem Sohn August III. (1696 – 1763). Seine Agenten erwarben in ganz Europa Meisterwerke der Malerei des 16., 17. und 18. Jahrhunderts. Im Jahr 1746 gelang ein besonders spektakulärer Ankauf: Aus dem Besitz des Herzogs von Modena konnten 100 Meisterwerke für die Galerie erworben werden – allesamt Hauptwerke von Künstlern ersten Ranges, ein unschätzbarer Wert. Im Jahr darauf wurde die Gemäldegalerie im umgebauten kurfürstlichen Stallgebäude am Jüdenhofe untergebracht. 1855 wurde das nach den Plänen Gottfried Sempers errichtete Galeriegebäude am Zwinger eröffnet, eines der wichtigsten Museumsprojekte des 19. Jahrhunderts in Deutschland, in dem sich die Sammlung noch heute befindet. Während des Zweiten Weltkrieges war der Hauptbestand der Gemälde ausgelagert und blieb unversehrt. Nach Kriegsende wurden die Bilder – wie die Bestände vieler anderer Museen – von der Roten Armee nach Moskau und Kiew gebracht. Infolge der Rückgabe der Kunstschätze 1955/56 begann auch der Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten Galeriegebäudes, das kurz darauf wiedereröffnet wurde. Die beiden Engelchen lehnen noch immer ganz entspannt am Bildrand und scheinen ihre zahlreichen Bewunderer nicht zu bemerken.