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Schaudepot Deutsche Werkstätten

Im Kunstgewerbemuseum bilden Möbelbestände der Deutschen Werkstätten einen besonderen Sammlungsschwerpunkt. Um diesen in größerem Umfang als bislang der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wurde im Ostflügel des Bergpalais‘ ein Schaudepot eingerichtet. Die Präsentation ist nicht nach Möbeltypen gegliedert, sondern in Zeitfenster unterteilt, in denen anhand charakteristischer Objekte zeittypische Entwicklungen im Möbelbau und der Innenausstattung aus der Produktion der Deutschen Werkstätten von ihren Anfängen im Jahr 1898 bis in die 1970er Jahre veranschaulicht werden. Zu sehen sind u.a. die von Richard Riemerschmid (1868-1957) entworfenen Maschinenmöbel sowie Schränke aus dem Programm „Die wachsende Wohnung“ von Bruno Paul (1874-1968) oder Teile aus der „Billigen Wohnung“ des Entwerfers Gustav Adolf Schneck (1883-1971), mit denen die Deutschen Werkstätten Design-Geschichte schrieben. Klassiker des DDR-Designs wie der Typensatz 602 von Franz Ehrlich (1907-1984), die MDW-Wand des Entwerferkollektivs um Rudolf Horn (1929-), der Furnierstuhl von Erich Menzel (1910-) oder der Armlehnstuhl von Selman Selmanagic (1905-1986) zeigen, dass die Deutschen Werkstätten auch nach der Zäsur des Zweiten Weltkrieges auf anspruchsvollem entwerferischem Niveau weiterarbeiteten. Anhand von Textilien, keramischen Arbeiten, Messingarbeiten oder Leuchterwaren wird zudem das ganzheitliche Wohnkonzept der Deutschen Werkstätten erläutert.

  • Adelbert Niemeyer, Tapetenmuster vor 1921, Druck auf Papier
  • Josef Hillerbrand, Tapetenmuster vor 1921, Druck auf Papier
  • Richard Riemerschmid, Tapetenmuster vor 1921, Druck auf Papier


Im Schaudepot wird zudem eine Auswahl von sechs Tapeten-Mustern namhafter Entwerfer wie Richard Riemerschmid oder Adelbert Niemeyer (1867-1932) aus dem Bestand des Kunstgewerbemuseums gezeigt, die bislang als verschollen galten. Die insgesamt ca. 90 Entwürfe waren während des Zweiten Weltkrieges zum Schutz in Plakatduplikate gehüllt und zu dicken Rollen verpackt worden. Nach Kriegsende waren sie in dieser Schutzhülle unerkannt geblieben und wurden nun im Zuge der systematischen Aufarbeitung der Sammlungsbestände sowie der langen Umzugsphase aus dem ehemaligen Museumsgebäude in der Güntzstraße in das Schloss Pillnitz wiederentdeckt. Die Bereitstellung zusätzlicher Mittel ermöglichte es, die im Laufe der Zeit verklebten Rollen restauratorisch zu öffnen.

Das Schaudepot kann freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr als Teil des Rundgangs der Dauerausstellung im Bergpalais des Kunstgewerbemuseums  besichtigt werden. Aktuelle Führungen durch die Deutschen Werkstätten finden Sie unserem Veranstaltungskalender.