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Sammlungsgeschichte

Die Sammlungsgeschichte des Kunstgewerbemuseums nimmt 1873, also bereits drei Jahre vor der Eröffnung des Museums, ihren Anfang. Als erstes Objekt gelangte ein „Rheinweinglas mit Goldrand“ in die Sammlung. 1875 wurde sodann das eigentliche Fundament der Sammlung gelegt, indem zahlreiche Erwerbungen aus einer Ausstellung kunsthandwerklicher Gegenstände vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert getätigt wurden.

Zum Zeitpunkt der Eröffnung 1876 war das Kunstgewerbemuseum der Kunstgewerbeschule angegliedert und diente dazu, den Studenten, dem Publikum und Produzenten aus Industrie und Gewerbe anhand hochwertig gestalteter Vorbilder Geschmack und Formgefühl zu vermitteln. Diese Vorbildsammlung wurde mit Blick auf die wirtschaftlichen Stärken des Landes angelegt und bildet bis heute den außergewöhnlichen Grundstock der Sammlung. Zugleich blickte das Kunstgewerbemuseum bereits damals ganz bewusst über die Grenzen Dresdens und Sachsens hinaus und verfügt daher über eine bemerkenswerte Sammlung von Objekten aus verschiedenen Kulturepochen und Regionen, wie etwa den südöstlichen Nachbarländern Sachsens, dem Osmanischen Reich, Asien sowie Südamerika.

Als einer der ersten Sammlungsschwerpunkte bildete sich eine Auslese von Textilfragmenten heraus, welche vor allem im Hinblick auf die traditionell in Sachsen stark verwurzelte Textilindustrie bedeutsam war. Darüber hinaus kam es zu einer breiten Aufstellung des Sammlungsspektrums, das heute Objekte aus den Bereichen Textil, Keramik, Metall, Holz, Papier, Glas und auch Kunststoff umfasst.

  • Giani, Carl, (Entwurf ), Stuhl, um 1876, Wien, Kunstgewerbemuseum, Copyright: SKD
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  • André Charles Boulle, Pendeluhr, zwischen 1694 und 1712, Frankreich, Kunstgewerbemuseum, Copyright: SKD
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  • Tenor-Viola da braccia, Antonius und Hieronymus Amati, Cremona um 1630, Kunstgewerbemuseum, Copyright: SKD
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  • Unbekannt, Turmmonstranz, Niederrhein, 2. Hälfte 15. Jahrhundert, Kunstgewerbemuseum, Copyright: SKD - Bild öffnet sich in einer Vergrößerungsansicht.


1914 wurde das Museum aus der Verwaltung der Kunstgewerbeschule herausgelöst und seitdem als eigenständiges Museum geführt. Damit ging ein neues Selbstverständnis einher, welches eine Verlagerung der Sammlungsschwerpunkte und einen neuen Gestus der Präsentation mit sich brachte. So entfernte man sich vom Prinzip der Vorbildersammlung und bemühte sich verstärkt um eine kunsthistorisch fundierte Präsentation nach Stilepochen, mit dem Ziel der Erforschung der kunst- und kulturgeschichtlichen Verhältnisse im Kunstgewerbe.

Einen herben Verlust erfuhr die Sammlung in den letzten Kriegswochen im Jahr 1945. In jener Zeit ging fast die Hälfte des Bestandes durch Zerstörung und Diebstahl verloren. Vor allem die Keramik- und die Glasabteilung erlitten schwere Verluste, aber auch die Ostasien- und die Tapisseriesammlung büßten viele Stücke ein.

1963/64 wurde das Kunstgewerbemuseum nach Pillnitz verlagert, wo es seitdem von Mai bis Oktober seine Besucher empfängt und seine Bestände präsentiert. Eine Besonderheit der Sammlung befindet sich im Ostflügel des Bergpalais: Anhand eines in seinem Umfang einmaligen Bestandes an Objekten der Deutschen Werkstätten Hellerau lässt sich nachvollziehen, welch innovative Kraft um 1900 aus Dresden in die Welt strahlte.

Besonders seit der Berufung der Designexpertin Tulga Beyerle zur Direktorin des Museums im Jahr 2014 verortet sich das Haus verstärkt international und zwischen Tradition und Experiment. Dies äußert sich in einem umfangreichen Sonderausstellungsprogramm und einer systematischen Erweiterung der Sammlung um zeitgenössische Stücke, vor allem aus den angrenzenden Nachbarländern Polen und Tschechien.