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Sammlungsgeschichte

Am 13. Juli 1715 erreichte ein umfangreiches Geschenk König Ludwigs XIV. von Frankreich den Dresdner Hof. Die Sendung, der die Besiegelung eines Freundschaftsvertrags vorausging, umfasste sechs spanische Hengste mit Schabracken und Rosszeug. In den Halftern der kostbaren Prunksättel befanden sich sechs Pistolenpaare. Die außergewöhnlichen Waffen zeichneten sich durch überaus kostbare Verarbeitung aus: gebläute Läufe, reiche Goldtauschierungen, feine Eisenschnittarbeiten und Schäfte mit eingelegtem Silberdraht und graviertem Silberblech. Als Geschenke, aber auch als Leibwaffen, Andenken und Liebhaberstücke gelangten die meist prachtvoll gearbeiteten Gegenstände in die Dresdner Rüstkammer. Manches entstand im Auftrag der Herrscher, einiges wurde angekauft, anderes tatsächlich erbeutet. Entstanden ist eine der bedeutendsten Prunkwaffen- und Kostümsammlungen Europas.

Die Geschichte dieser Sammlung selbst reicht in das 15. Jahrhundert zurück, als Albrecht der Beherzte (1443-1500) im Residenzschloss die herzogliche Harnischkammer gründete, in der zunächst überwiegend Leib- und Turnierwaffen sowie Prunkwaffen verwahrt wurden. Eine museale Struktur erhielt die kurfürstliche Waffensammlung unter Kurfürst August (1553-1586). Bereits damals wurden Bestände auf geschnitzten Holzpferden präsentiert. Für den Hof des Kurfürsten waren Plattner, Rüst- und Büchsenmeister, Gold- und Messerschmiede, Schäfter und Riemer tätig, woraus zahlreiche Kostbarkeiten entstanden. Von 1588 bis 1722 wurden die Objekte der Rüstkammer im Neuen Stall direkt neben der Turnierbahn im Stallhof ausgestellt. 1832 zog die unter August dem Starken bereicherte Sammlung in den Zwinger und wurde in „Königliches Historisches Museum“ umbenannt. Bereits 1877 erfolgte ein weiterer Umzug in den nun „Johanneum“ genannten Neuen Stall. Zwischen 1939 und 1944 wurden die Bestände ausgelagert, um Kriegsverlusten vorzubeugen. 1945 beschlagnahmte die Trophäenkommission der Sowjetarmee die Meisterwerke und brachte sie nach Leningrad. 1958 kehrten sie nach Dresden zurück. Von 1959 bis 2012 befand sich die Rüstkammer im Ostflügel des Semperbaus.

Mit dem Wiederaufbau des Residenzschlosses kehrt die Rüstkammer dorthin zurück. Die einzigartige Türckische Cammer, Teil der umfangreichen und prächtigen Sammlung der Rüstkammer, sowie der Riesensaal wurden bereits im Residenzschloss eingerichtet und 2010 bzw. 2013 eröffnet.