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Der neue Riesensaal

Die Präsentation von Turnierwesen und Prunkwaffen aus der Rüstkammer im Residenzschloss Dresden

Das Dresdner Residenzschloss ist um einen grandiosen Saal und einen bedeutenden Ausstellungsbereich zugleich erweitert worden: Mit der Eröffnung des neuen Riesensaals erstrahlt der Hauptsaal des Dresdner Schlosses - 280 Jahre nach seinem Verschwinden im Jahre 1733 - in neuem Gewand. Der neue Riesensaal wird zum Schauplatz für eine Auswahl an Objekten aus einer der kostbarsten Prunkwaffen-, Harnisch- und Kostümsammlungen weltweit: der Rüstkammer. Präsentiert werden im Riesensaal gut 350 Objekte, darunter Turnier- und Prunkwaffen, die exemplarisch für die damalige Art der sportlichen Betätigung den Hergang verschiedener historischer Turnierformen und die Pracht des Kurfürsten speziell am sächsischen Hof veranschaulichen.

Mit einer Länge von 57 Metern und einer Breite von 13 Metern bietet die monumentale Größe des Riesensaals der Rüstkammer nicht nur die Möglichkeit, eine Auswahl ihrer wichtigsten Harnische und Waffen des späten 15. bis 17. Jahrhunderts zu präsentieren, sondern diesen auch entsprechend der ehemaligen Nutzung der Objekte zu inszenieren. Ursprünglich als Vorbereitung auf den kriegerischen Kampf gedacht, spielten Turniere als Bestandteil des Zeremoniells und der Feierlichkeiten bei Hofe seit Ende des 15. Jahrhunderts eine wichtige Rolle. Anhand der Präsentation einzigartiger Waffen, Turnierschwerter, Lanzen und Harnische werden drei verschiedene Turniere inszeniert, die zugleich drei der Hauptturnierarten darstellen: das Scharfrennen, das Pallienstechen sowie das Fußturnier. Eine Auswahl von Gemälden, die im Auftrag von Christian I. (1560-1591) zu Ehren seines Vaters Kurfürst August von Sachsen (1526-1586) entstanden, zeigt authentisch diese Turniere. Ursprünglich im sogenannten „Langen Gang“ zwischen dem heutigen Johanneum und Residenzschloss ausgestellt, führen sie den Besuchern das damalige Geschehen anschaulich vor Augen.

  • Detail Fußturnier, Riesensaal im Residenzschloss Dresden, Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto David Brandt
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  • Riesensaal im Residenzschloss Dresden, Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto David Brandt
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  • Fußturnier, Riesensaal im Residenzschloss Dresden, Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto David Brandt
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  • Blick in den Riesensaal im Residenzschloss Dresden, Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto David Brandt
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  • Prunckharnische, Blick in den Riesensaal im Residenzschloss Dresden, Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto David Brandt
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  • Scharfrennen, Detail des Riesensaals im Residenzschloss Dresden, Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto David Brandt - Bild öffnet sich in einer Vergrößerungsansicht.
  • Geschichte des Riesensaals

    Der Riesensaal entstand in seiner heutigen Dimension zwischen 1548 und 1553 und ging aus dem ehemaligen „Dantzsall“ des späten 15. Jahrhunderts hervor. Seinen Namen erhielt er aufgrund der damals auf den Pfeilern zwischen den Fenstern aufgemalten Figuren von „Riesen“. Der Riesensaal war ein wichtiger räumlicher Bestandteil zur Ausübung des höfischen Zeremoniells. Seine heute wiederhergestellten Dimensionen folgen dem nach 1627 erhöhten und veränderten Festsaal des Frühbarocks. Unter August dem Starken (1670-1733) bildete dieser Saal eine äußerst prunkvolle Räumlichkeit für höfische Festlichkeiten und Maskenbälle, ebenso wie für die Hochzeit des Kurprinzen im Jahre 1719. Seine bewegte Geschichte umfasst zahlreiche Umbauten, die sowohl auf die Wünsche der Kurfürstenfamilie, als auch auf äußere Einflüsse wie den Schlossbrand 1701 zurückzuführen sind. Die Existenz des Riesensaales endet mit dem Tod August des Starken 1733. Sein Sohn, August III. (1696-1763), gab ihn als Festsaal zugunsten der Aufteilung in kleinere Räumlichkeiten inklusive einer Kapelle für die Königin auf.

  • Die Rüstkammer im Residenzschloss

    Für den Wiederaufbau des Riesensaals in zeitgenössischer Erscheinung wurde vom Architekten Peter Kulka und seinem Büro die ursprüngliche Kubatur des Raumes, seine Dimension und die Form des imposanten Tonnengewölbes wiederhergestellt. Die dauerhafte Nutzung des Riesensaals als Ausstellungsraum der Rüstkammer, welche sich von 1959 bis 2012 in der Osthalle des Semperbaus des Dresdner Zwinger befand, führt die prunkvolle Geschichte dieses Saals mehr als angemessen fort. Sie bildet nach der Türckischen Cammer den nächsten Schritt der Rüstkammer, weitere Bereiche ihrer einzigartigen Sammlung im Residenzschloss zu präsentieren und das Dresdner Schloss als herrschaftliche Residenz der sächsischen Kurfürsten und Könige in neuem Gewand wiederauferstehen zu lassen.