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Rüstkammer

Die aus dem Besitz sächsischer Herzöge und Kurfürsten hervorgegangene Rüstkammer zählt zu den kostbarsten Prunkwaffen- und Kostümsammlungen der Welt. Sie vereint Meisterwerke von Waffenschmieden, Künstlern und Kunsthandwerkern aus ganz Europa und dem Orient und umfasst etwa 10.000 Prunkwaffen – Harnische, Helme, Schilde, Schwerter, Degen und Dolche, Säbel und Pusikane, Pistolen und Gewehre – sowie Reitzeuge und Prunkkleider, Kunstkammerstücke und Bildnisse vorwiegend des 16.-18. Jahrhunderts aus dem Besitz der wettinischen Kurfürsten.

  • Prunkkleid des Kurfürsten Moritz von Sachsen; um 1545–1550; Rüstkammer Copyright: Abegg-Stiftung, Riggisberg/Schweiz, Foto: Christoph von Virág
  • Prunkkleid der Kurfürstin Magdalena Sibylla von Sachsen; um 1610–1620; Rüstkammer Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Jürgen Karpinski
  • Helmbarte, deutsch, 1588, Ätzmalerei: Augsburg, Schäftung und Medaillons: Dresden; Eisen, Kupfer, Gold, Holz; Ausrüstung der kursächsischen Trabantengarde, Rüstkammer, Aufnahme: Teilansicht Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Jürgen Karpinski
  • Prachtmitra Markgraf Albrechts V. von Brandenburg, mitteldeutsch, vermutlich Halle, 1514 (?), Stickerei: vermutlich Hans Plock, Goldschmiedearbeit: vermutlich Hans Huiuff d. Ä.; Seide, Leinen, Pergament, Silber, Gold, Perlen, Schmucksteine; Rüstkammer Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Elke Estel
  • Turboschneckenpokal mit Koralle, Deutschland, 1. Drittel 17. Jahrhundert, Grünes Gewölbe Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Jürgen Karpinski
  • Zwei Hobel, Werkstatt Leonhard Danner, Nürnberg, um 1570, Rüstkammer Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Jürgen Karpinski

 

Zahlreiche neue Dauerausstellungen werden in den kommenden Jahren den Rundgang durch das Residenzschloss im Allgemeinen und die Rüstkammer im Besonderen vervollständigen.

Im April 2017, im Jahr des Reformationsjubiläums, wird mit der Vollendung des Renaissanceflügels die Geschichte des Schlosses aus einer neuen Perspektive zugänglich: Mit den zwei neuen Dauerausstellungen „Kurfürstliche Garderobe“ und „Auf dem Weg zur Kurfürstenmacht“ werden zum ersten Mal der weltweit größte Schatz an Prunkwaffen und Gewändern der Reformationszeit und des frühen Barock gezeigt. Im Nord- und Ostflügel wird die Welt der sächsischen Kurfürsten der Renaissancezeit so auf einmalige Art lebendig. Bis 2019 werden auch die Paraderäume Augusts des Starken im Westflügel und die Gewehrgalerie im Langen Gang für die Besucherinnen und Besucher zugänglich sein. Schon die Eröffnung der neuen Dauerausstellung Weltsicht und Wissen um 1600 im März 2016 markierte einen Meilenstein im Wiederaufbau des Residenzschlosses. Werke der Spätrenaissance aus der Rüstkammer zeugen von der Vielfalt des faszinierenden Phänomens Kunstkammer.

Zeltgalerie, Das große Dreimastzelt, osmanisch, 17. Jahrhundert, Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: David Brandt - Bild öffnet sich in einer Vergrößerungsansicht.


Blickwechsel in die Türckische Cammer im Residenzschloss: Die 2010 eröffnete Dauerausstellung zählt zu den ältesten und weltweit bedeutendsten Sammlungen osmanischer Kunst außerhalb der Türkei. So findet auch die Türkenmode am kursächsischen Hof anhand orientalischer und orientalisierender Waffen, Kleidung und Reitzeugen sowie in den großartigen Türkenzelten ihren Ausdruck. Das osmanische Dreimastzelt ist das größte Objekt der Türckischen Cammer - ein 20 Meter langer, 8 Meter breiter und 6 Meter hoher Traum aus Gold und Seide. Ausschließlich in Dresden können die Besucher das aufgespannte Zelt betreten und damit einen Glanzpunkt der damaligen osmanischen Textilkunst hautnah erleben. Die Begeisterung für das Fremde, kulturelle Umbrüche und Veränderungen von Weltanschauungen können an kulturellen Artefakten sichtbar gemacht werden.

  • Riesensaal, Rüstkammer Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Davis Brandt
 - Bild öffnet sich in einer Vergrößerungsansicht.
  • Detail Fußturnier, Riesensaal im Residenzschloss Dresden, Rüstkammer, Copyright: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto David Brandt - Bild öffnet sich in einer Vergrößerungsansicht.


Nach der Türkischen Cammer gelangen die Besucher über die Englische Treppe in den Riesensaal. Mit einer Länge von 57 Metern und einer Breite von 13 Metern bietet die monumentale Größe des Riesensaals nicht nur die Möglichkeit, eine Auswahl der Harnische und Waffen des späten 15. bis 17. Jahrhunderts zu präsentieren, sondern diese auch entsprechend ihrer ehemaligen Nutzung zu inszenieren: Drei authentisch inszenierte Turniere verdeutlichen die wichtige Rolle des spielerischen Kampfes bei Hofe.

In den nächsten Jahren wird die Ausstellungsfläche in diesem einmaligen Museumskomplex weiter wachsen und das Residenzschloss für seine Besucherinnen und Besucher noch attraktiver machen.