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Rüstkammer

Die Blicke der Besucher richten sich auf den 1563 bis 1564 vom Antwerpener Goldschmied Eliseus Libaerts geschaffenen Prunkharnisch für Ross und Mann. Vielen bleibt er als die „goldene Rüstung“ oder als „Herkules-Harnisch“ in Erinnerung. Die zweifellos als ein künstlerisches Hauptwerk anzusehende Waffengarnitur stand bislang zentral am Ende der imposanten Säulenhalle der Rüstkammer im Semperbau am Zwinger. Ende September 2012 wurde diese geschlossen, seit Februar 2013 erstrahlt ein Teil ihrer umfangreichen Sammlung im Riesensaal des Residenzschlosses.

Blickwechsel in die neu eröffnete Türckische Cammer im Residenzschloss. Hier geht eine überwältigende Wirkung von den acht aus Holz in Originalgröße geschnitzten Pferden aus, die zu den Höhepunkten der neuen Dauerausstellung zählen. Jeder der rund 150 kg schweren, prunkvoll geschmückten Araber ist ein Unikat. Gleich zu Beginn des Rundgangs empfangen in einer Großvitrine fünf dieser Pferde prächtig geschmückt den Besucher. So unterschiedlich die beiden Präsentationen dieses bedeutenden Museums inhaltlich auch sind, gemein ist beiden, dass der Besucher kaum weiß, wohin er angesichts der zahllosen Prunkwaffen den Blick zuerst wenden soll.

Die aus dem Besitz sächsischer Herzöge und Kurfürsten hervorgegangene Dresdner Rüstkammer zählt zu den kostbarsten Prunkwaffen- und Kostümsammlungen der Welt. Sie vereint Meisterwerke von Waffenschmieden, Künstlern und Kunsthandwerkern aus ganz Europa und dem Orient und umfasst etwa 10.000 Prunkwaffen – Harnische, Helme, Schilde, Schwerter, Degen und Dolche, Säbel und Pusikane, Pistolen und Gewehre – sowie Reitzeuge und Prunkkleider, Kunstkammerstücke und Bildnisse vorwiegend des 16.-18. Jahrhunderts aus dem Besitz der wettinischen Kurfürsten. Die Türkenmode am kursächsischen Hof findet in der reichen Sammlung orientalischer und orientalisierender Waffen, Kleidung und Reitzeugen sowie in den großartigen Türkenzelten ihren Ausdruck.

Diese ungemein prachtvollen Gegenstände sind in der Türckischen Cammer im Residenzschloss zu bewundern. Sie überraschen viele Besucher, denn sie werden in einer Rüstkammer eigentlich nicht erwartet.