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Sammlungsgeschichte

Das Dresdner Kupferstich-Kabinett ist eines der ältesten Museen seiner Art in Europa und eines der bedeutendsten. In der Sammlung liegt die einzige bekannte Zeichnung des berühmten Jan van Eyck, eine ganz außergewöhnlich zarte Silberstiftzeichnung, die das Porträt des Kardinals Nicolò Albegati zeigt. Konzentriert sitzt er vor dem Künstler, der sich am Rand der Zeichnung Notizen macht. Um das Jahr 1435 muss das gewesen sein. Bereits im 16. Jahrhundert hatten die sächsischen Herrscher begonnen, Kunst auf Papier zu sammeln und zunächst ein „Zentrum der Bilddokumentation“ der fürstlichen Wissensansprüche und Weltvorstellungen angelegt. Später trat der künstlerische Anspruch in den Vordergrund. Einen ungemeinen Aufschwung nahm die Sammlung, als August der Starke 1720 ein eigenes Museum dafür begründete. Er richtete im Zwinger eine Art Universalmuseum ein und brachte dort die naturwissenschaftlichen Sammlungen, die Bibliothek und eben auch das Kupferstich-Kabinett unter.

Über die Jahrhunderte und auch über die DDR-Zeit konnte der Bestand erweitert und der internationale Charakter der Sammlung erhalten werden. Die Verluste unter den Nationalsozialisten bedeuteten indes einen Rückschlag in den Sammlungsbestrebungen. Insgesamt 381 Werke insbesondere expressionistischer Künstler fielen der Aktion »Entartete Kunst« zum Opfer, Ankaufsmittel wurden verweigert. Mit der Auslagerung der Kabinettbestände nach Schloss Weesenstein 1940 entging die Sammlung weitgehend dem Feuersturm am 13. Februar 1945. Von der Trophäenkommission der Roten Armee wurden etwa 90 Prozent der Blätter in die Sowjetunion transportiert, von wo sie 1958 nahezu vollständig zurückkehrten. Allerdings zählen noch immer rund 50.000 Blätter, darunter etwa 5.000 Zeichnungen, zu den seit 1945 kriegsbedingt vermissten Werken. Heute ist das Kupferstich-Kabinett mit hervorragend ausgestatteten Depots, eigenen Ausstellungsräumen und einem Studiensaal im Residenzschloss bestens für die Zukunft aufgestellt.