Kupferstich-Kabinett
Das Dresdner Kupferstich-Kabinett ist ein Museum, in dem die Welt zu Hause ist, ein Ort des Sehens, Lernens und Genießens. Und es ist eines der wichtigsten Kunstmuseen für Zeichnungen, druckgraphische Werke und Photographien in der Welt. In diesem „Museum der Meisterwerke“ sind weltberühmte Zeichnungen und graphische Blätter von Dürer, van Eyck, Rembrandt, Michelangelo, Fragonard und Caspar David Friedrich bis hin zu Toulouse-Lautrec, Picasso und Baselitz zu sehen. Kupferstiche von Schongauer und Holzschnitte von Cranach finden sich neben seltenen Beispielen aus der Geschichte der künstlerischen Photographie.
Die Bedeutung des Kupferstich-Kabinetts gründet sich auf die hohe Qualität und zum Teil Einzigartigkeit seiner künstlerischen Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen, seiner Radierungen, Lithographien, Kupferstiche, der Illustrierten Bücher und Mappenwerke sowie der Photokunst. Schier unerschöpflich ist der Reichtum der Sammlung, die Werke der berühmtesten Künstler aus zahlreichen Ländern versammelt, rund 515.000 Werke von mehr als zwanzigtausend Künstlern aus acht Jahrhunderten. Das Spektrum der Themen ist grenzenlos. Es gibt profane und biblische Motive, Porträts, Landschaften, Stillleben, aber auch historische Festdarstellungen oder naturwissenschaftliche Illustrationen. In wechselnden Sonderausstellungen werden Werke aus dem reichen Bestand des Kupferstich-Kabinetts sowie Leihgaben internationaler Museumspartner in den Ausstellungsräumen im Residenzschloss präsentiert. Wem das nicht genügt, der kann sich im öffentlich zugänglichen Studiensaal Originale vorlegen lassen und aus nächster Nähe studieren – sehen, lernen und genießen.
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Josef-Hegenbarth-Archiv
Etwas abseits vom Stadtzentrum, in einer Villa am Dresdner Elbhang, ist das Josef-Hegenbarth-Archiv gelegen. Das ehemalige Wohnhaus des Dresdner Malers, Graphikers und Illustrators und der umfangreiche Nachlass wurden 1988 von Hegenbarths Witwe Johanna dem Dresdener Kupferstich-Kabinett gestiftet, mit der Auflage, das umfangreiche Werk Hegenbarths zu bewahren, zu pflegen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nach einer umfassenden Sanierung und Rekonstruktion, die das Haus in den ursprünglichen Zustand der 1920er Jahre versetzte, konnte im Dezember 1998 das Josef-Hegenbarth-Archiv eröffnet werden. Dem Wunsch Johanna Hegenbarths entsprechend ist das Haus heute Gedächtnisstätte und Archiv: Der Bestand wird inventarisiert, wissenschaftlich publiziert und in wechselnden Ausstellungen gezeigt. Das gesamte Werkverzeichnis der Handzeichnungen ist bereits digitalisiert und unter www.josef-hegenbarth.de einsehbar.
Neben Tierdarstellungen findet der Betrachter Genreszenen, Badende, Varieté- und Caféhaus-Motive, aber auch Darstellungen aus der schweren Nachkriegszeit. Hegenbarth illustrierte auch viele Bücher und gab Mappenwerke heraus, er schuf Zyklen zu historischen Themen oder Zeichnungen und graphische Blätter zu Gedichten, Balladen oder Märchen. Wer die Werke nicht digital, sondern im Original sehen möchte, findet in der ersten Etage des Hegenbarth-Archivs Ausstellungsräume mit kleinen Wechselausstellungen. Hier kann man sich auf Anfrage auch Originale zeigen lassen, wunderbar farbige Feder- und Tuschpinselzeichnungen, graphische Blätter und Gemälde.
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Studiensaal
Wer in der Ruhe des Studiensaals an einem der Tische sitzt, ein Original vor sich liegen hat, ohne Rahmen und Glas, und die Handschrift des Künstlers ganz unmittelbar sehen kann, der erlebt einen ganz besonders exklusiven Kunstgenuss. Das Kupferstich-Kabinett bietet in der dritten Etage des Residenzschlosses allen Besuchern — Fachleuten wie Laien — die Gelegenheit, die Bestände des Kabinetts auch außerhalb der Sonderausstellungen aus nächster Nähe im Original zu studieren. Denn Kunst auf Papier ist lichtempfindlich. Licht lässt das Papier vergilben und die Farben verblassen. Um die Kunst nicht zu schädigen, können die Zeichnungen, Graphiken, Drucke und Fotografien, die sich im enormen Bestand des Kupferstich-Kabinetts befinden, nicht dauerhaft ausgestellt werden. Das Museum zeigt daher seine Bestände nur in Wechselausstellungen und bewahrt die kostbaren Blätter sonst im Depot bei besten technischen Bedingungen für kommende Generationen auf. Unabhängig von den Sonderausstellungen bietet der Studiensaal einen weiteren Zugang zur Sammlung, jedenfalls zu den Werken, die ohne konservatorische Bedenken vorgelegt werden können. Die Chance zu diesem ganz unmittelbaren Kunsterlebnis sollte man nicht verpassen! Der Studiensaal ist wegen Baumaßnahmen bis 28. Mai 2010 geschlossen.
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