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Residenzschloss

Ursprungsort und Zentrum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist das Residenzschloss im Herzen der Altstadt. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wird das Residenzschloss zurzeit als »Residenz der Kunst und Wissenschaft« wieder aufgebaut. Zuerst kehrten das Münzkabinett und das Kupferstich-Kabinett in das Schloss zurück. Seit 2004 kann man das Neue Grüne Gewölbe in der ersten Etage und seit 2006 das Historische Grüne Gewölbe im Erdgeschoss wieder besichtigen. Als spätbarockes Gesamtkunstwerk ist es in den ursprünglichen Räumen wieder erlebbar, so wie es August der Starke von 1723 bis 1730 als Ausdruck von Reichtum und absolutistischer Macht errichten ließ. Mit seiner Eröffnung wurde das Residenzschloss mit einem Paukenschlag zur Pilgerstätte für Besucher aus aller Welt. Die Eröffnung der prunkvollen und einzigartigen Türckischen Cammer im Jahr 2010 und der Einzug der Rüstkammer in den Riesensaal 2013 waren weiterere Schritte auf dem bisherigen Weg. Mit der Eröffnung des Münzkabinetts 2014 und dem originalgetreu rekonstruierten Audienzgemach und weiteren prachtvollen Räumen August des Starken wird das Residenzschloss vollendet werden.

Die »Residenz der Kunst und Wissenschaft« beherbergt aber auch die öffentliche Kunstbibliothek, Vortragssäle und die öffentlich zugänglichen Studiensäle des Kupferstich-Kabinetts und des Münzkabinetts. Den Blicken des Publikums verborgen sind die Werkstätten, Depots und Büros: Die zahlreichen Wissenschaftler und Restauratoren, die hier arbeiten, stehen im Austausch mit ihren Kollegen in der ganzen Welt. Noch immer planen und realisieren Architekten, Bauleute, Museumsdirektoren und Wissenschaftler das »Projekt Residenz der Kunst und Wissenschaft«, das noch Jahre in Anspruch nehmen wird. Wenn das Residenzschloss fertig gestellt ist, wird Deutschland um einen Museumskomplex reicher sein, der in den historischen Räumen an den einstigen Glanz erinnert, aber weit darüber hinaus strahlen wird: An dem Ort, an dem Kurfürst August im Jahr 1560 die Kunstkammer gründete, wächst heute ein lebendiger Museumskomplex, an dem sächsische, aber auch europäische Geschichte erlebbar wird – Kunstmuseum und historisches Museum zugleich.

  • Schlosshof

    Kaum vorzustellen, dass es bis Januar 2009 kein Besucherfoyer im Residenzschloss Dresden gab. Die Besucher mussten auch bei Sturm und Regen draußen warten, bis die Museen öffneten und sie endlich die begehrten Tickets für das Historische Grüne Gewölbe erwerben konnten. Heute befinden sich die Kassen und die Information sowie die Durchgänge zu den Museen, zum Café und zum Museumsshop im Kleinen Schlosshof und die Besucher bewegen sich, zwar beeindruckt, von der architektonischen Lösung, dennoch so selbstverständlich hindurch, als sei hier schon immer ein Foyer gewesen. Das Konzept, den kleinen Schlosshof auf der Firsthöhe ansetzend zu überdachen und ihn als Besucherfoyer nutzbar zu machen, ohne die historische Architektur zu verdecken, stammt von dem Architekt Prof. Peter Kulka. Ein transparentes Membrandach schließt den über Jahrhunderte nach oben geöffneten Schlosshof und ermöglicht es dennoch, die verschiedenen Fassaden des Renaissanceschlosshofes - mit ihren unterschiedlichen Gesimshöhen und Ziergiebeln - in ihrer architektonischen Wirkung weiterhin in Gänze zu erleben. Die überdachte Grundfläche des kleinen Schlosshofes beträgt rund 600 Quadratmeter. Die Kuppel selbst hat eine Fläche von etwa 1.400 Quadratmetern und die dafür notwendige Stahlkonstruktion wiegt 84 Tonnen. Die Konstruktion besteht aus einer selbsttragenden Kuppelschale mit einem Rautentragwerk. Die einzelnen Rauten der Kuppel sind mit transparenten Folienkissen bespannt, die unter Druck gehalten werden. Die eigentliche Wölbung der Kuppel hat eine Höhe von rund neun Metern. Die Besucher ahnen angesichts der Leichtigkeit des transparenten Daches kaum die gewaltigen Aufgaben, die die Architekten, Statiker, Techniker und Bauleute zu bewältigen hatten.

  • Englische Treppe

    Die Englische Treppe war ursprünglich nur dem sächsischen Königshaus und seinen Gästen vorbehalten. Heute ist sie öffentlich begehbar, denn sie ist ein Hauptzugang in die Ausstellungen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Der Besucher, der ins Schloss kommt und das einzigartige und herausragende kulturelle Angebot der Kunstsammlungen wahrnimmt, gelangt über diese Treppe in einzelne Ausstellungsbereiche. Die „Große Treppe“ wurde 1692 durch den Hofbaumeister Johann Georg Starcke und Christoph Beyer als breite, über vier Pfeiler geführte Treppe mit Treppenauge konstruiert. 1693 wurde sie in „Englische Treppe“ umbenannt, weil Kurfürst Johann Georg IV. durch den englischen Gesandten Sir William Swan zum Ritter des Englischen Hosenbandordens ernannt wurde. 1701 wurde die Treppe bei einem Schlossbrand zerstört und zwischen 1718 und 1719 unter Matthias Pöppelmann neu gestaltet. Ende des 19. Jahrhunderts bekamen das Schloss und damit auch die Treppe anlässlich des 800-jährigen Bestehen des Hauses Wettin ein neues, neobarockes Gewand. Im Februar 1945 wurde die Treppe fast vollständig zerstört. Erst zu Beginn der 90er Jahre begannen Sicherungsarbeiten. Seit 2005 wurde der zerstörte Treppenraum zunächst schrittweise zurückgebaut und dann wieder hergestellt. Das beeindruckendste Bauteil ist die Stuckdecke. Sie umkrönt den Raum und schließt ihn nach oben eindrucksvoll ab.

  • Fürstengalerie

    Prachtvoll vor roter Seide gehängt, blickt die Reihe sächsischer Herrscher in den langgestreckten Raum. Die Fürstengalerie zeigt im ersten Obergeschoss des Dresdner Residenzschlosses die einstmals im Schloss residierenden sächsischen Kurfürsten und Könige aus dem Hause Wettin, Albertinische Linie, beginnend mit Kurfürst Moritz (1521-1553), dem Kaiser Karl V. 1547 die Kurwürde verlieh, bis hin zu König Friedrich August III. (1865-1932), der 1918 abdankte. In der etwa 40 m langen, festlich gehaltenen Galerie werden von den Kurfürsten, vereinzelt auch Kurfürstinnen, gemalte Porträts präsentiert, von den sächsischen Königen hingegen Bildnisbüsten. Die Werke, darunter Arbeiten von Heinrich Göding, Zacharias Wehme, Louis de Silvestre, Pietro Graf Rotari (Werkstatt) und Ernst Rietschel, stammen aus den Beständen der Gemäldegalerie Alte Meister, der Rüstkammer und der Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Die Galerie dient als wichtiger Verbindungsraum zwischen dem Eingang zum Neuen Grünen Gewölbe und dem Ausstellungsbereich der Rüstkammer im Ostflügel des Schlosses, der in einigen Jahren eröffnet werden wird. Der Besucher dieser Ausstellungsbereiche kann sich hier mit den sächsischen Regenten vertraut machen, deren Geschichte mit den bereits eröffneten und zukünftigen Dauerausstellungen im Schloss anhand einzigartiger Zeugnisse präsentiert wird.

  • Schlosskapelle

    Die Schlosskapelle des Dresdner Residenzschlosses war nach derjenigen in Schloss Hartenfels (Torgau) der zweite sakrale Innenraum, den Kurfürst Moritz (1521–1553) als Anhänger der lutherischen Reformation für den Gottesdienst erbauen ließ. Noch vor der Vollendung der Schlosskapelle berief Kurfürst Moritz 1548 den ersten kurfürstlich-sächsischen Kapellmeister an die Dresdner Residenz. Als Wirkungsstätte herausragender Instrumentalisten und Kapellmeister wie beispielsweise Heinrich Schütz (1585-1672) oder Johann Adolph Hasse (1699–1783) entwickelte sich die Dresdner Hofkapelle auch zu einem musikalischen Zentrum von europaweiter Bedeutung und Ausstrahlung. Mit der Konversion Augusts des Starken zum katholischen Glauben im Jahr 1697 verlor die Kapelle ihre Bedeutung. 1737 wurde sie als sakraler Ort aufgegeben, abgerissen und an ihrer Stelle Verwaltungsräume errichtet. Dabei zerstörte man auch das kunstvolle Gewölbe. 1988/89 konnte die ursprüngliche Raumkubatur der Kapelle wieder hergestellt werden. Die meisterhafte Rekonstruktion des Schlingrippengewölbes erfolgte von 2010 bis 2013.