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Sammlungsgeschichte

Der Raum löst sich in Spiegelungen auf, Licht flimmert, Gold und Edelsteine funkeln. Fast wird einem schwindelig im Historischen Grünen Gewölbe. Genau dies hatte August der Starke (1670-1733) im Sinn, als er zwischen 1723 und 1730 seine Vision vom barocken Gesamtkunstwerk als Ausdruck von Reichtum und Macht realisieren ließ. Niemand sollte seine Schatzkammer verlassen, ohne restlos davon überzeigt zu sein, einen außerordentlich reichen und mächtigen Herrscher vor sich zu haben. Er beauftragte keinen Geringeren als den Zwingerarchitekten Matthäus Daniel Pöppelmann und ließ in den Räumen der „Geheimen Verwahrung“, die damals schon über 150 Jahre lang als sächsischer Staatstresor gedient hatten, eine der berühmtesten Schatzkammern Europas entstehen.

Mit der Aufstellung des Juwelenschrankes hatte August der Starke bereits einige Jahre früher begonnen, seine Schätze einer ausgewählten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nun präsentierte er Objekte, die er aus der 1560 gegründeten Kunstkammer und der Schatzkammer auswählte, durch eine Fülle selbst erworbener Objekte ergänzte und in einer dramaturgisch angelegten Raumfolge inszenierte. Bereits im Pretiosensaal, dem ersten Höhepunkt des Rundgangs, spätestens aber im Juwelenzimmer, war der Besucher der Inszenierung erlegen. Am 13. Februar 1945 wurde das Residenzschloss nahezu komplett zerstört und drei der acht aufwändig ausgestatteten Räume fielen dem Angriff auf Dresden zum Opfer. Die beweglichen Kunstgegenstände hatte man in Sicherheit gebracht. Direkt nach Kriegsende wurden sie von der Trophäenkommission der Roten Armee in die UdSSR abtransportiert. Aufgrund eines Beschlusses der sowjetischen Regierung kehrten sie 1958 nach Dresden zurück, 1959 zogen Teile der Sammlung in das Albertinum ein. Nach über einem halben Jahrhundert und langen Vorarbeiten konnte 2001 mit der Restaurierung und Rekonstruktion der historischen Räume im Residenzschloss begonnen werden. Heute ist die beeindruckende Inszenierung wieder zu erleben.