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Neues Grünes Gewölbe

Der Großmogul Aureng-Zeb, uneingeschränkter Herrscher des sagenhaft reichen Indien, hat Geburtstag. Die Fürsten seines gewaltigen Reiches nähern sich ihm mit Geschenken und voll Ehrerbietung. Zwischen 1701 und 1708 hat Dinglinger mit seinen Brüdern und vielen Helfern in Dresden diesen europäischen Traum vom überquellenden Reichtum des fernen Ostens geschaffen. Das mit 4909 Diamanten, 160 Rubinen, 164 Smaragden, einem Saphir, 16 Perlen und 2 Kameen bedeckte Hauptwerk der europäischen Juwelierkunst zieht damals wie heute die Besucher in seinen Bann. Damals war es August der Starke, der dem Glanz und der Pracht erlegen war. „Bey Verlust Dero hohen Gnade“ – also unter Androhung enormen Ansehensverlustes – forderte er bereits 1701 seinen Hofjuwelier auf, ein gerade fertig gestelltes, fast ausschließlich aus Gold bestehendes Kaffeeservice in das winterliche Warschau zu bringen. Es wechselte für stolze 40.000 Taler seinen Besitzer.

Dem Besucher von heute reicht ein einfaches Ticket, um beide Meisterwerke zu bestaunen. Sie stehen mit über 1.000 weiteren unschätzbar wertvollen Exponaten aus drei Jahrhunderten im „Neuen Grünen Gewölbe“. Dieses Museum bildet die perfekte Ergänzung zur historischen Schatzkammer. Spiegelfreie Vitrinen und modernste Lichttechnik rücken das einzelne Kunstwerk in den Mittelpunkt und erlauben ungewöhnlich nahe Blicke auf die detailreichen Werke. Zum Beispiel auf einen Winzling, der es geschafft hat, Publikumsmagnet zu werden, einen Kirschkern mit laut Inventar „185 Angesichtern“, ein Meisterwerk der Mikroschnitzerei, oder die Hutagraffe mit dem einzigen großen, von Natur aus grünen Diamanten, der jemals gefunden wurde. August der III. erwarb ihn auf der Ostermesse in Leipzig 1742 für den enormen Preis von 400.000 Talern! Die faszinierten Reaktionen der Besucher zeigen, dass die Kunstwerke im Lauf der Jahrhunderte nichts von ihrer Strahlkraft verloren haben.