Zur Hauptnavigation

Zum Inhalt

Zur Bereichsnavigation

GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig

Einer Reise um die Welt gleicht der Rundgang durch die Säle des Museums für Völkerkunde zu Leipzig. Kunst und Alltag ferner Kulturen lassen den Besucher aus dem eigenen Alltag wegtauchen. Das Museum zeigt in seinen neu gestalteten Räumen im Grassimuseum am Johannisplatz die großen ethnographischen Sammlungen Sachsens aus nahezu allen Kulturen der Welt.

Seit dem 19. Jahrhundert sind Kunstwerke und andere Dinge des Alltagslebens hier zusammengetragen worden und gehören heute zu den bedeutendsten Belegstücken des Erbes vieler Kulturen. Exotische, kostbare und zum Teil weltweit einzigartige Exponate zeigen die Kunst und Lebensformen einer Welt, die durch die Globalisierung näher gerückt, aber dennoch vielfach fremd geblieben ist. Der Ausstellungs-Rundgang in der ersten Etage ermöglicht spannende Einblicke in die Realität Indonesiens, Indiens, der Tibeter und Mongolen, Chinas, Japans, Europas und des Orients. Der zweite Rundgang führt durch Afrika, Amerika, ein weiterer dann durch Australien und Ozeanien und vervollständigt die Reise um die Welt. Die Ausstellungen sind so konzipiert, dass sie Kunstkenner genauso ansprechen wie Besucher, die sich für das Leben anderer Kulturen interessieren. Die berühmten Sammlungen des Museums zum sibirischen Schamanismus, zum orientalischen Schmuck oder zu den Kunstwerken des tibetischen Buddhismus sowie der indischen Andamanen und Nikobaren entführen mit ihren exzeptionellen Objekten in sagenhafte Welten. Wie ein Leitbild zieht sich das Motiv des Unterwegsseins auch durch die Geschichte des Museum für Völkerkunde.

Ob es die reisenden Forscher und Sammler waren, die sich in die Ferne aufmachten, um fremde Völker zu studieren, oder die Museumsmitarbeiter, die jahrelang von einem Provisorium zum anderen ziehend nach einer Heimstatt für ihre Sammlungen suchten - immer folgte einem kurzen Moment der Ruhe ein neuer Aufbruch. Auf mehr als 140 Jahre Geschichte blickt das Museum für Völkerkunde zu Leipzig inzwischen zurück. Einst von Leipziger Bürgern gegründet und gefördert, ist es heute zu einer der führenden Einrichtungen dieser Art in Deutschland herangewachsen.

  • Zur Sammlungsgeschichte

    Dem Engagement und der Initiative seiner Bürger verdankt die Stadt Leipzig ihr Museum für Völkerkunde. Im Jahr 1869 gegründet, ist es mit seinen etwa 200.000 Sammlungsobjekten und einem umfangreichen Bestand an Fotos und Dokumenten in den wissenschaftlichen Archiven eine der bedeutendsten Einrichtungen seiner Art. Seit 1929 hat das Museum sein Domizil im neuen Grassimuseum, das in den Jahren 1925 bis 1927 auf dem Gelände des alten Johannisfriedhofes und Johannishospitals errichtet wurde. Der Grundstein des Museums wurde durch den Ankauf der umfangreichen bürgerlichen Privatsammlung des Dresdner Hofrates und Oberbibliothekars Dr. Gustav Klemm gelegt, der ein bedeutender Kulturhistoriker seiner Zeit war. Für seine Sammlung hatte sich Klemm Zeit seines Lebens eine Heimstatt gewünscht, ein Museum für die Kulturgeschichte der Menschheit. Dieser Traum begann leider erst nach seinem Tode mit der Gründung des Leipziger Museums für Völkerkunde Wirklichkeit zu werden. Dank der unermüdlichen Sammelleidenschaft und Organisationsgabe der Direktoren und Mitarbeiter des Museums konnte der Sammlungsbestand in den darauf folgenden Jahren beträchtlich erweitert werden. Viele seiner kostbaren Bestände verdankt das Museum Freunden des Hauses, Mäzenen und Förderern. Berühmte Persönlichkeiten wie Heinrich Schliemann, der Entdecker von Troja, die Verlegerdynastien Brockhaus und Meyer, zu denen auch der große Forscher und Erstbesteiger des Kilimanjaro Hans Meyer zählt, waren seinerzeit dem Museum für Völkerkunde zu Leipzig eng verbunden.