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Museum für Völkerkunde Dresden

In weiter Ferne liegen die Wurzeln des Dresdner Völkerkundemuseums. Mit der Gründung einer Kunstkammer im Jahre 1560 legte August I., Kurfürst von Sachsen, den Grundstein für die heutige Sammlung des Museums. In den von ihm und seinen Nachfolgern gesammelten Objekten spiegelt sich das Repräsentationsbedürfnis fürstlicher Hofhaltung und die Vorliebe für Exotisches und Kurioses wider. Seit dem 18. Jahrhundert wurde nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten systematisch gesammelt. Das Jahr 1875 gilt als Gründungsjahr des Museums. Es besitzt eine im internationalen Rahmen bedeutende Sammlung außereuropäischer Kunstwerke. Seit 1977 präsentiert es sich mit wechselnden Ausstellungen im Japanischen Palais.

Schon ein kurzer Blick auf wenige Exponate zeigt die Qualität der faszinierenden Stücke. Zum Beispiel die 1881 erworbenen geschnitzten und bemalten Hausbalken von den Palau-Inseln im mikronesischen Teil der Südsee. Der Naturforscher Carl Gottfried Semper hatte sie nach einem Schiffbruch auf den entlegenen Pazifikinseln entdeckt und später nach Dresden gebracht. Die Balken waren Teil eines Männerklubhauses. Die kolorierten Flachreliefs zeigen mythische und erotische Themen und beeindruckten Mitglieder der expressionistischen Dresdner Künstlergruppe Brücke so sehr, dass Max Pechstein eigens nach Palau reiste. Oder das 3,40 Meter lange Malangan-Boot von der heute zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Tabar, eines der weltweit einzigartigen Paradestücke des Museums. Der Sammler und Südseeforscher Richard Parkinson hatte im 19. Jahrhundert das Boot zusammen mit einem reichen Konvolut von Masken und Schnitzwerk nach Dresden geschenkt. Oder der Kris mit Elfenbeingriff von der heute zu Indonesien gehörenden Insel Java. Dieser Dolch javanischer Herkunft befand sich schon Ende des 17. Jahrhunderts in kurfürstlich sächsischem Besitz.

Im Dresdner Völkerkundemuseum sind atemberaubend fremde und schöne Dinge zu bestaunen. Die Gegenstände reflektieren aber auch den Alltag der fernen Kulturen und tragen dazu bei, zwischen fern und nah, zwischen ihnen und uns, zwischen früher und heute zu vermitteln.

Die Ausstellung im Japanischen Palais befindet sich im Umbau und ist zurzeit geschlossen.