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Das Dresdner Damaskuszimmer und Wohntextilien aus dem Orient

Eine Ausstellung des Museums für Völkerkunde Dresden im Japanisches Palais

Bitte beachten Sie: Das Dresdner Damaskuszimmer wird restauriert! Es bleibt deswegen ab 1. Januar 2015 geschlossen. Die Restaurierungsarbeiten umfassen die Konservierung und sorgfältige Reinigung der einzelnen Holzpanelen, die anschließend wieder zu einem Zimmer zusammengefügt werden. Die Neupräsentation der Sammlungen des Museums für Völkerkunde Dresden wird für das Frühjahr 2015 vorbereitet.

Einblicke in die farb- und ornamentreiche Wohnkultur Westasiens gibt der erste Teil der neuen Dauerausstellung im Museum für Völkerkunde Dresden. Ein wesentliches Merkmal des traditionellen Wohnens im Orient ist die Multifunktionalität der Räume, die geprägt sind von Architekturdekor und Textilien. Insbesondere durch letztere konnte ein Raum für unterschiedliche Zwecke hergerichtet werden. So verwandelte sich der Empfangsraum durch wenige Handgriffe und mithilfe der darin aufbewahrten Textilien in einen Schlafraum. Das zentrale Exponat der beiden Ausstellungsräume bildet das Damaskuszimmer.

Dieser Empfangsraum eines vornehmen Damaszener Wohnhauses diente der Bewirtung von Gästen. Die reich dekorierte Wand- und Deckenvertäfelung ist im Stil des sogenannten Türkischen Rokoko gearbeitet. Neben geometrischen und floralen Ornamenten finden sich darin Malereien von Blumenbouquets, Obstschalen sowie stilisierten Landschafts- und Stadtansichten. Einige Inschriften geben die Verse eines überkonfessionellen frommen Gedichtes wieder. Sie enthalten auch ein Datum, das dem Jahr 1810 n. Chr. entspricht und wahrscheinlich die Entstehungszeit des Zimmers angibt.

  • Blick in die Dauerausstellung, Museum für Völkerkunde Dresden, Japanisches Palais, Foto Jens Thümmler
 - Bild öffnet sich in einer Vergrößerungsansicht.
  • Blick in die Dauerausstellung, Textilvitrinen, Museum für Völkerkunde Dresden, Japanisches Palais, Foto Jens Thümmler - Bild öffnet sich in einer Vergrößerungsansicht.


Karl Ernst Osthaus, der Gründer des Folkwang-Museums Essen, hatte das Zimmer erwerben lassen und so gelangte es im Jahre 1899 von Damaskus nach Deutschland. Zunächst lagerte er es in seinem Wohnhaus in Hagen ein. Nach Osthaus‘ Tod wurde das Zimmer dem Dresdner Völkerkundemuseum geschenkt, wo es aber erst im Jahr 1997 die angemessene Beachtung erfuhr. Das Damaskuszimmer gehört – wie sich herausstellte – zu den ganz wenigen osmanischen Zimmern, die heute noch in Museen außerhalb des Orients zu finden und in vergleichbarer Weise gestaltet sind. Die aufwändige Restaurierung ist noch nicht ganz abgeschlossen. Die Gestaltung des Raumes
vermittelt jedoch schon jetzt einen Gesamteindruck des Zimmers.

  • Blick in die Dauerausstellung, Das Damaskuszimmer, Museum für Völkerkunde Dresden, Japanisches Palais © Staatliche Ethnographische Sammlungen Sachsen, Foto Jens Thümmler
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  • Blick in die Dauerausstellung, Das Damaskuszimmer, Museum für Völkerkunde Dresden, Japanisches Palais © Staatliche Ethnographische Sammlungen Sachsen, Foto Jens Thümmler - Bild öffnet sich in einer Vergrößerungsansicht.


In der Ausstellung werden neben dem Damaskuszimmer auch farbenprächtige Wohntextilien aus dem KulturraumWestasien präsentiert. Es wird eine Vielfalt verwendeter Materialien, Techniken und Muster aus unterschiedlichen Regionen und Bevölkerungsgruppen gezeigt: „Susani“ – großflächige Seiden-Stickereien aus Mittelasien, sogenannte türkische Handtücher aus dem Osmanischen Reich, Knüpfteppiche aus Ostanatolien sowie Paillettenstickereien, ein bedruckter Baumwollstoff und feine Wollstickereien aus Persien.

Die Ausstellung zum Dresdner Damaskuszimmer knüpft damit auch an die Sammlungstradition der „Türckischen Cammer“ im Residenzschloss Dresden an. Dort können in einer beeindruckenden Präsentation neben prunkvollen Waffen und Gewändern, kunstvoll geschnitzte und bemalte lebensgroße Pferde und die prächtigen Teile osmanischer Staatszelte bewundert werden.