Gerhard Richter ist einer der bedeutendsten Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts. Sein Werk umfasst einen Zeitraum von nahezu fünf Jahrzehnten. Seit einigen Jahren ist der Künstler seiner Heimatstadt Dresden auf besondere Weise verbunden. Seit Februar 2006 existiert das Gerhard Richter Archiv als eine Institution der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Die Einrichtung entstand mit großzügiger Unterstützung von Gerhard Richter und arbeitet eng mit dem Kölner Atelier des Künstlers zusammen.
Für das Albertinum hat der Künstler zwei Sammlungsräume mit seinen Werken eingerichtet. Während ein Raum einen Überblick über sein bisheriges Schaffen gibt, darunter auch das vom Gerhard Richter Archiv erworbene „Porträt Dr. Knobloch (41)“ aus dem Jahr 1964, werden in dem anderen Saal neue, für Dresden geschaffene Glasarbeiten präsentiert.
Das Gerhard Richter Archiv versteht sich als ein Zentrum der Forschung und Kommunikation über das Werk des Künstlers und sammelt und dokumentiert alle Bücher, Kataloge, Zeitschriften und Zeitungsartikel, Photographien, Videos und CDs, die über Gerhard Richter publiziert werden oder relevante Informationen und Beiträge über ihn und seinen künstlerischen Kontext enthalten. Einen wesentlichen Bestand des Archivs bilden unpublizierte Schriftstücke und Dokumente, Korrespondenzen und Photographien. Darüber hinaus veranstaltet das Gerhard Richter Archiv selbstständig und in Kooperation mit anderen Institutionen Ausstellungen und Symposien und publiziert eine eigene Schriftenreihe. Wichtigstes Forschungsprojekt ist die Erarbeitung und Herausgabe eines wissenschaftlichen Werkverzeichnisses der Bilder und Skulpturen von Gerhard Richter mit großzügigen Abbildungen und vollständigen Angaben zu Provenienz, Ausstellungen und Literatur.
Ausführliche Informationen über die Werke von Gerhard Richter,
Ausstellungs- und Literaturverzeichnis, sowie Video-Dokumentationen finden Sie unter: www.gerhard-richter.com
Bücher, Kataloge, Aufsätze: Alle Kataloge zu Einzelausstellungen, Monografien und Dissertationen über Gerhard Richter sind im Archiv komplett vorhanden. Daneben finden sich zahlreiche Ausstellungspublikationen, Bücher und Zeitschriften, die Aufsätze über den Künstler enthalten. Vor allem die frühen Kataloge und Beiträge aus den 1960er und 1970er Jahren sind nahezu vollständig dokumentiert.
Dokumente: Das Gerhard Richter Archiv verfügt z. Zt. über ca. 500 Briefe, Manuskripte und sonstige Schriftstücke, die zum Großteil aus dem Atelier des Künstlers stammen, und vor allem Gerhard Richters Beziehungen zu seinen Galerien und Dresdner Freunden in den 1960er und frühen 1970er Jahren dokumentieren.
Pressematerial: Das Archiv dokumentiert z. Zt. 12.000 Ausstellungs-besprechungen und –hinweise von 1962 bis heute. Die Ausschnitte ermöglichen einen Einblick in die Entwicklung der Rezeption des Werkes von Gerhard Richter.
Fotografien: Das Fotoarchiv besitzt rund 12.000 Aufnahmen. Neben Werkfotografien finden sich darunter zahlreiche Porträtfotos, Aufnahmen von Werkzuständen und später zerstörten Bildern, Ansichten aus dem Atelier und Dokumentationen von Ausstellungen sowie Fotovorlagen zu Bildern des Künstlers.
Plakate / Einladungen: Das Gerhard Richter Archiv verwahrt ca. 700 Plakate, Einladungskarten und Faltblätter zu Ausstellungen des Künstlers seit den frühen 1960er Jahren.
Filme / Videos: Das Archiv hat mittlerweile 250 Medienträger zusammengetragen, die Ausstellungsberichte und ausführliche Filmporträts über Gerhard Richter zeigen.
Das Gerhard Richter Archiv bereitet eine erweiterte und aktualisierte Neuausgabe des 1986 erschienenen Werkverzeichnisses (Catalogue Raisonné) der Bilder und Skulpturen von Gerhard Richter vor, die ab 2011 in fünf Bänden erscheinen wird. Nähere Informationen zum ersten Band und den nachfolgenden bietet der Verlagsflyer.
Der Katalog bietet neben großzügigen und zahlreichen ganzseitigen farbigen Abbildungen aller Werke vollständige technische Informationen zu den Arbeiten sowie Angaben zu den Beschriftungen des Künstlers, zur Provenienz, sowie Ausstellungs- und Literaturnachweise. Zitate des Künstlers, Kommentare und Vergleichsabbildungen zu einzelnen Katalognummern ergänzen die umfangreichen Werkbeschreibungen.
In diesem Zusammenhang sucht das Gerhard Richter Archiv nach weiteren Sammlern, die Werke von Gerhard Richter besitzen oder besessen haben. Sollten Sie sich angesprochen fühlen, sind wir Ihnen für eine Kontaktaufnahme sehr dankbar. Es kann gewährt werden, dass Ihre persönlichen Informationen selbstverständlich streng vertraulich behandelt werden.
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Gerhard Richter Archiv
Dr. Dietmar Elger
Albertinum
Tzschirnerplatz 2
01067 Dresden
Telefon: +49 (0)351 – 49 14 7770
Fax: +49 (0)351 – 49 14 9732
E-Mail: dietmar.elger@skd.museum
Das Gerhard Richter Archiv gewährt Studenten oder Wissenschaftlern, die über den Künstler arbeiten, Einblick in den Gesamtbestand an Archivalien. Während der üblichen Bürozeiten stehen zwei Arbeitsplätze zur Verfügung. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht, stattdessen ist eine telefonische oder schriftliche Anmeldung erforderlich.
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Gerhard Richter Archiv
Dr. Dietmar Elger
Albertinum
Tzschirnerplatz 2
01067 Dresden
Telefon: +49 (0)351 – 49 14 7770
Fax: +49 (0)351 – 49 14 9732
E-Mail: dietmar.elger@skd.museum
1932
Geboren am 9. Februar in Dresden. Aufgewachsen in Reichenau und Waltersdorf in der Oberlausitz.
1948
Abschluss der Mittleren Reife an der Handelsschule in Zittau.
1949
Ausbildung als Schriftenmaler.
1950
Anstellung als Malsaaleleve am Stadttheater Zittau.
Vergebliche Bewerbung an der Hochschule für bildende Künste, Dresden. Beschäftigung als Betriebsmaler bei der Dewag in Zittau.
1951
Zulassung zum Studium an der Hochschule für bildende Künste, Dresden.
1953
Hauptstudium im Fach Wandmalerei bei Heinz Lohmar.
1956
Diplom-Abschluss mit einer Wandmalerei im Deutschen
Hygienemuseum, Dresden. Anschließend dreijährige
Aspiratur mit eigenem Atelier an der Hochschule für bildende Künste, Dresden.
1959
Besuch der Documenta 2 in Kassel.
1961
Flucht aus der DDR. Umzug nach Düsseldorf.
Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei K.-O. Götz.
Freundschaft mit Konrad Lueg (= Konrad Fischer) und Sigmar Polke.
1964
Beendigung des Studiums. Erste Einzelausstellungen in den Galerien Friedrich & Dahlem, München und Galerie Schmela, Düsseldorf.
1967
Gastdozent an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Kunstpreis »Junger Westen« der Stadt Recklinghausen.
1970
Reise mit Blinky Palermo nach New York.
1971
Professur an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf.
1978
Gastprofessur am Nova Scotia College of Art in Halifax.
1981
Arnold-Bode-Preis, Kassel.
1983
Umzug nach Köln.
1985
Oskar-Kokoschka-Preis, Wien.
1988
Gastprofessur an der Städelschule, Frankfurt/M.
Kaiserring der Stadt Goslar
Beendigung der Lehrtätigkeit an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf.
1995
Wolf-Preis, Jerusalem.
1996
Bezug eines neuen Ateliers am Kölner Stadtrand.
1997
Goldener Löwe der Biennale Venedig.
Praemium Imperiale, Tokyo.
1998
Wexner-Preis, Columbus, OH.
2000
Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen.
2001
Ehrendoktorwürde der Universität Leuven.
2004
Eröffnung von drei Räumen mit Werken von Gerhard Richter
im Albertinum, Dresden.
2007
Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Köln.
Einweihung des von Gerhard Richter gestalteten
Südquerhausfensters im Kölner Dom.
2010
Wiedereröffnung des Albertinums mit zwei Räumen mit Werken von Gerhard Richter.
2011
Retrospektive "Panorama" in der Tate Modern, London
2012
Ausstellung "Gerhard Richter. Atlas" in der Kunsthalle im Lipsiusbau der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Retrospektive "Panorama" in der Neuen Nationalgalerie, Berlin und im Musée National d'art Moderne, Centre Georges Pompidou, Paris
Gerhard Richter lebt und arbeitet in Köln.