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BESONDERE EXPONATE

Völkerkundemuseum Herrnhut

Das Völkerkundemuseum Herrnhut bewahrt einzigartige Zeugnisse aus Alaska und Afrika, aus Asien oder Amerika und zeigt sie dem, der sich auf den Weg macht – nicht in die weite Welt, sondern nach Herrnhut.

Seit 1732 gingen Angehörige der in Herrnhut gegründeten Brüder-Unität (Moravian Church) zu verschiedenen Völkern, um das Evangelium zu verkünden. Zahlreiche Missionare beschäftigten sich mit Sprache und Kultur der jeweiligen Menschen und brachten faszinierende Gegenstände nach Deutschland mit. Diese ethnographischen Sammlungen und die in vielen schriftlich festgehaltenen Beobachtungen der Missionare trugen mit zur Herausbildung der völkerkundlichen Wissenschaft bei. Auch andere Disziplinen wie Sprachwissenschaft, Geographie, Botanik und Zoologie verdanken den Missionaren einen Teil ihrer Grundlagenliteratur.

Heute sind in dem 1878 gegründeten Museum die Kulturen der Inuit (Eskimo) von Grönland, Labrador und Alaska zu entdecken, aber auch die afroamerikanische Sklavenbevölkerung der karibischen Jungferninseln, Indianerstämme der Miskitoküste Nicaraguas und der Küstengebiete Surinames im nördlichen Südamerika. Die Bevölkerung Surinames wird auch durch die Marron und die Kreolen sowie durch eingewanderte Chinesen, Inder und Indonesier repräsentiert. Auf dem afrikanischen Kontinent missionierten die Herrnhuter im Süden und im heutigen Tansania bei mehreren Völkern. Beide Regionen sind mit vielfältigen Kulturzeugnissen in der Ausstellung vertreten. Von Sarepta aus, einer Herrnhuter Ortsgründung an der unteren Wolga, bestanden Kontakte zu den Kalmyken, dem einzigen mongolischen Volk in Europa. Die dort gesammelte Einrichtung einer kalmykischen Tempeljurte gehört zu den Seltenheiten in europäischen Museen. Am Beispiel der Bevölkerung von Ladakh und Lahoul (Westtibet) wird die von der buddhistisch-lamaistischen Religion geprägte Kultur im Himalaya gezeigt. Auch von den Aborigines Australiens gelangten Gegenstände durch die Mission nach Herrnhut.

Wer sich auf den Weg nach Herrnhut macht, reist in die weite Welt!

  • Magazingebäude

    Von August 2010 bis Januar 2012 wurde ein neues, mit dem Altbau verbundenes Magazingebäude auf dem Hofgelände des Herrnhuter Völkerkundemuseum errichtet. Keller und Erdgeschoss des Neubaus beherbergen künftig das Depot der Sammlung und wurden mit modernen Fahrregalanlagen ausgestattet. Damit konnten optimale Bedingungen für die dauerhafte Bewahrung der wertvollen ethnographischen Bestände vor Ort geschaffen werden. Die erste Etage des Neubaus bietet Platz für Sonderausstellungen.

    Mit dem Abschluss der Baumaßnahmen erwartet die Besucher nun ein renoviertes und durch den Einbau einer Rampe und eines Aufzuges barrierefreies Museum. Der Eingangsbereich mit Empfangsraum, Kasse und Information präsentiert sich in einem modernen, offenen Ambiente. Die aus der Zeit vor der Schließung bekannte Dauerausstellung wird den Besuchern mit neuen Akzenten präsentiert. So ist etwa der Ausstellungsbereich mit Gegenständen, die nach der dritten Weltreise des englischen Kapitäns und Entdeckers James Cook nach Europa gelangten, neu gestaltet und inhaltlich erweitert.

  • James Cook

    Früheste ethnographische Objekte aus Polynesien, von Indianern der Nordwestküste Nordamerikas und aus dem südlichen Alaska gehören heute zu den Attraktionen des Völkerkundemuseums in Herrnhut.
    Es sind die über den 2. Weltkrieg geretteten Reste einer ursprünglich größeren Sammlung, die während der dritten Weltreise des englischen Kapitäns und Entdeckers James Cook (1728-1779) zusammengestellt und von Angehörigen der Brüder-Unität in London um 1781 nach Deutschland gebracht wurde. Der Ausstellungsbereich „Kunstsachen von Cooks Reisen“ ist seit dem 25. Dezember 2011 wieder zu sehen.