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Neue Architektur

Hochwasser und Umbau

Was als Katastrophe begann, wendete sich in eine neue Chance für das alte Albertinum. Hochwasser bedrohte im August 2002 die unersetzlichen Schätze der Museen und binnen Stunden mussten einzigartige Gemälde und Skulpturen aus den Depots im Untergeschoss evakuiert werden. Ohne die zahlreichen Helfer wäre die Rettungsaktion nicht möglich gewesen. Die unterirdischen Depots boten keinen ausreichenden Schutz für das wertvolle Kulturgut. Jetzt schwebt über dem Innenhof des sandsteinverkleideten Gebäudes ein hochwassersicherer emporgestemmter Werkstatt- und Depot-komplex.

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Auch dies wäre ohne großartige Helfer nicht möglich gewesen. Denn Grundstein für den Umbau und die damit einhergehende Komplettsanierung des Albertinums war eine Kunstauktion im November 2002, zu der 40 namhafte Künstler Werke gestiftet hatten. Bei der Auktion wurde die großartige Summe von 3,4 Millionen Euro erzielt. Die Planungen begannen. Die gesamte Bausumme für Neubau und Sanierung betrug am Ende 46,7 Millionen Euro. Mit einem unter Leitung des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagements durchgeführten Gutachterverfahren fand man eine architektonische Lösung, die einen Neubau ermöglicht, ohne wertvolle Bausubstanz zu verstellen oder gar zu zerstören. Eine stählerne Fachwerkkonstruktion überspannt den Innenhof und trägt wie eine Brücke den 60 Meter langen und 2700 Tonnen schweren, zweigeschossigen Werkstatt- und Depotneubau. Der zentrale Raum der Vierflügelanlage bleibt dabei völlig unberührt. Mit dieser technisch und ästhetisch einzigartigen Lösung gelingt es Architekt Volker Staab und seinem Team, das Kunstgut flutsicher zu lagern und gleichzeitig einen multifunktional nutzbaren, hochwertigen Innenhof entstehen zu lassen.

Aber der spektakuläre Neubau über dem Innenhof fällt dem Besucher nicht auf. Von unten sieht der Bau wie eine Überdachung aus und außen ragt er nicht über die Firsthöhe hinaus. Überraschend neu wirken stattdessen die komplett sanierten Ausstellungssäle. Ganz neu für den Besucher ist tatsächlich der Eingang von der Frauenkirche her über den Georg-Treu-Platz und verändert auch die Eingangssituation von der Brühlschen Terrasse aus. Hier tritt man wie bisher links oder rechts in den Ausstellungsrundgang ein, kann jetzt aber auch geradeaus gehen und steht dann wie auf einem Balkon im Innenhof, dessen Niveau eine Etage niedriger liegt. Der Besucher sieht auch die Schaudepots, die sich hinter großen Glasscheiben öffnen. Aber das Depot- und Werkstattgebäude bleibt unsichtbar, obwohl der Besucher im Hof genau darunter steht. Mit dem neuem Albertinum ist Dresdens Museumsarchitektur im 21. Jahrhundert angekommen, spektakulär, aber unaufdringlich.