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Sammlungsgeschichte

Geht man durch die Ausstellungssäle der Galerie Neue Meister, hat man wenig Vorstellung von der Entstehung der Sammlung. Auffälligstes Merkmal ist, dass in der Dresdner Sammlung die Moderne mit Caspar David Friedrich beginnt, also mit der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Dieser Trennungsschnitt gegenüber der Sammlung „Alte Meister“ und die Identifizierung der „Neuen Meister“ mit der Moderne beruht auf der Überzeugung, dass die Bilderwelt des 19. Jahrhunderts nach wie vor einen Bewusstseinsspiegel darstellt, auf dem die Menschen des 21. Jahrhunderts sich ausrichten und wiedererkennen. Die heutigen Verkehrs- und Kommunikationsmedien sind weit im 21. Jahrhundert angekommen, aber das Bewusstsein der Menschen und die Modelle, nach denen sie sich orientieren, wurzeln tief im frühen 19. Jahrhundert. Die spezifische Erfahrung von Zeit, der Wechsel der Tages- und Jahreszeiten, das Erlebnis von Stadt und Land, das Wandern in der Landschaft – all das sind Zeugnisse für einen täglichen Orientierungsrahmen, der ganz wesentlich im 19. Jahrhundert ausgeprägt worden ist.

Institutionell wurde die Galerie Neue Meister erst 1959 gegründet. Die Sammlung des Museums geht aus der Gemäldegalerie Alte Meister hervor, für die nach 1843 auch verstärkt zeitgenössische Kunst angekauft wurde. Ihre Entstehungsgeschichte ist eng mit dem Namen des sächsischen Staatsministers Bernhard von Lindenau (1779-1854) verbunden, der bedeutende Mittel für den Ankauf zeitgenössischer Gemälde zur Verfügung stellen konnte. Auch aus dieser Tradition heraus gilt noch heute das Sammelinteresse der Kunst des 20. Jahrhunderts, mit Schwerpunkten auf der zeitgenössischen Dresdner Malerei und dem Aufbau einer Galerie der internationalen Avantgarde. Prägend für die Geschichte des Museums war die Aktion »Entartete Kunst«, durch die die Sammlung während der Zeit des Nationalsozialismus 56 Gemälde verlor, darunter Werke von Edvard Munch, Max Beckmann und Emil Nolde. Nach der Rückkehr der in die Sowjetunion verbrachten Kunstwerke fand die Galerie Neue Meister als eigenes Museum 1965 im Albertinum ein neues Domizil.