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Die Fotobestände der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen: Digitalisierung und Erschließung

Mit rund 260.000 Fotografien aus nahezu allen Regionen der Welt besitzen die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen (SES) mit den Standorten Leipzig, Dresden und Herrnhut umfangreiche fotografische Bestände. Die
Positive, Negative und Diapositive – entstanden zwischen 1860 und heute – gehen zurück auf Reisende und Forscher, Kolonialbeamte und Militärs, Seeleute und Missionare, Anthropologen und Ethnologen. Die Bilder, viele von ihnen mit kolonialem Hintergrund, geben nicht nur Aufschluss über die fotografische Entdeckung der Kontinente und ihrer verschiedenen Kulturen, sondern berichten in einer kritischen Lesart auch von den Herstellungsbedingungen der Aufnahmen und der Beziehung zwischen den Menschen vor und hinter der Kamera. Diese bislang kaum erschlossenen Sammlungen sollen nun sichtbar gemacht werden. Ihre Digitalisierung und Erschließung geht einher mit einer Neubewertung. Als eigenständige Objekte betrachtet, deren Materialität Indikator für Funktionszusammenhänge ist, können die Fotografien vor dem Hintergrund eines postkolonialen Diskurses auf Aspekte wie Repräsentation oder die visuelle Konstruktion des „Anderen“ befragt werden. So verknüpft sich Wissenschafts- und Methodengeschichte der Ethnographie mit bildwissenschaftlichen und fototheoretischen Fragestellungen.

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Ergebnisse und Ziele

  • Im Projekt wird eine Auswahl von 52.000 Fotografien bearbeitet. Die Objekte werden mit allen ermittelbaren Informationen in der Daphne-Datenbank erfasst und von erstellten Digitalisaten begleitet. Dies ermöglicht im Sinne eines „stillen Archivs“ den einfachen internen Zugriff bei Schonung der häufig fragilen Originale.
  • Darüber hinaus ist die Veröffentlichung der Datensätze in der Online Collection auf der SKD-Website geplant, um das in den Fotografien überlieferte Wissen öffentlich zugänglich zu machen und ein Diskussionsforum zu schaffen. Möglich wird damit eine digitale Rückführung der visuellen Dokumente in die Ursprungsgesellschaften und die Schaffung reziproker Kanäle des Wissenstransfers.

Zwischenergebnisse, Publikationen

Projektträger

  • Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD), Staatliche Ethnographische Sammlungen Sachsen (SES)

Projektleitung

  • Dr. Agnes Matthias
    Kuratorin für Fotografie der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen / Foschungsprogramm „Europa/Welt“, SKD
    agnes.matthias@skd.museum

Projektmitarbeiter

  • Sebastian Dressel (bis Juni 2016)
  • Anna Eisenmenger
  • Urte Gärtner (bis Ende 2015)
  • Irene Godenschweg (Wissenschaftliche Archive Dresden)
  • Christiane Klaucke (Wissenschaftliche Archive Leipzig)
  • Nora Henneck
  • Jasmin Thieme (bis Juni 2016)

Laufzeit

  • 2014–2016

Projektpartner

Finanzierung