Während seiner Kavalierstour 1687 besuchte Herzog Friedrich August (der Starke), der spätere Kurfürst von Sachsen und König in Polen, wie auch später im Jahre 1714-15 sein Sohn und Nachfolger Kurprinz Friedrich August (als König in Polen August III.) Frankreich und den Hof König Ludwigs XIV. Beide brachten einige Feuerwaffen von den besten französischen Büchsenmachern mit nach Dresden.
Ebenso sollten sie später, als passionierte Jäger und Waffensammler, über ihre Agenten und Diplomaten gezielt noch zahlreiche französische Jagdgewehre und Pistolen von höchster Qualität erwerben. Dazu gehörten Arbeiten von den Pariser (Hof-) Büchsenmachern Thuraine, Le Hollandois, Chasteau,
De la Bletterie, Piraube, Brion und Le Languedoc, sowie von Pessonneau aus Lyon und Le Lorain aus Valence.
Der Stil dieser reich dekorierten französischen Feuerwaffen verbreitete sich im Laufe des 18. Jahrhunderts über ganz Europa, wobei auch die Dresdener Hofbüchsenmacher eine bedeutende Rolle spielten. Neben den prunkvollen Steinschlosspistolen und -flinten des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts bewahrt die Rüstkammer auch noch eine exklusive Sammlung von französischen Radschloßpistolen des frühen 17. Jahrhunderts, die reich mit Perlmutt geschmückt sind.
In der Dresdener Sammlung sind fast 300 französische Gewehre und Pistolen aus dem 17. und 18. Jahrhundert erhalten, welche bisher kaum erforscht oder ausgestellt wurden. Es handelt sich um die weltweit größte Sammlung.
Partner:
Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Musée de l´Armée, Hôtel National des Invalides, Paris
Projektleitung:
Prof. Dr. Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer
Wissenschaftliche Mitarbeiter:
Dr. Bernhard Roosens, Rüstkammer
Gernot Klatte, M.A., Rüstkammer
Olivier Renaudeau, Conservateur du Département Ancien, Musée de l´Armée
Laufzeit:
2011-2013/14
Ziele:
Bestandskatalog der französischen Feuerwaffen
Ausstellung im Musée de l´Armée, Paris
Kontakt:
Bernhard.Roosens@skd.museum