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Materialität. Neue Perspektiven auf Kultur und Technologie

Henry Arnhold Dresden Summer School 2017

18. bis 29. September 2017


Vor dem Hintergrund immer neuer technologischer Entwicklungen ist die Frage, was „Materie“ ist, von grundlegender Bedeutung: Wie verändert sich die Wahrnehmung von Stoffen, Farben, von Körpern, Texten und Objekten, wenn sich Materialität verändert, verflüchtigt, verdichtet und sich in immer neuen Formen zu erkennen gibt? Die Frage nach der Materialität trifft Natur- und Geisteswissenschaften in ihrem Kern. Der Blick auf die stoffliche Beschaffenheit der Dinge ist dabei nicht nur kulturell und historisch geprägt, sondern auch mit Sinn und Bedeutung behaftet: Natur, Kultur und Technik haben ein je eigenes Verhältnis zu den „materiellen Dingen“, sie konstituieren je eigene Begriffe und Zugänge zur Welt.


Die Henry Arnhold Dresden Summer School 2017 möchte den unterschiedlichen Perspektiven von Kultur, Natur und Technik auf den Themenkomplex Materialität Raum geben und einen intensiven Austausch zwischen ihnen ermöglichen.


Die Henry Arnhold Dresden Summer School ist ein interdisziplinäres Programm für junge Wissenschaftler und Museumsfachleute. Sie trägt den Namen des Ehrensenators der TU Dresden Henry Arnhold, dessen philantropischer Geist und enge Verbundenheit zu seinem Geburtsort Dresden die Zusammenarbeit zwischen den Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen der Stadt in vielfältiger Weise inspiriert. Als gemeinsames Projekt der TU Dresden, des Deutschen Hygiene-Museums Dresden, des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr, der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden kann die Dresden Summer School auf ein Netzwerk hochrangiger Partner zurückgreifen. Ziel ist es, gemeinsam mit den Experten der beteiligten Häuser sowie mit hochrangigen Referenten aktuelle Fragen des Selbstverständnisses und der zukünftigen Ausrichtung von Sammlungs- und Ausstellungsinstitutionen zu diskutieren. Dabei sollen grundsätzliche theoretische Konzeptionen ebenso eine Rolle spielen wie konkrete praktische Handlungsansätze.


Ausschreibung


Bewerbungsschluss:
14.05.2017


Fachrichtungen:
Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften; Natur und Technikwissenschaften


Teilnehmerkreis:
Eingeladen zur Bewerbung sind NachwuchswissenschaftlerInnen (v.a. Promovierende, Post-Docs) der einschlägigen Fachrichtungen sowie junge Museums-, Archiv- und Bibliotheksfachleute.


Beschreibung:
Vor dem Hintergrund immer neuer technologischer Entwicklungen ist die Frage, was „Materie“ ist, von grundlegender Bedeutung: Wie verändert sich die Wahrnehmung von Stoffen, Farben, von Körpern, Texten und Objekten, wenn sich Materialität verändert, verflüchtigt, verdichtet und sich in immer neuen Formen zu erkennen gibt? Die Frage nach der Materialität trifft Natur- und Geisteswissenschaften in ihrem Kern. Der Blick auf die stoffliche Beschaffenheit der Dinge ist dabei nicht nur kulturell und historisch geprägt, sondern auch mit Sinn und Bedeutung behaftet: Natur, Kultur und Technik haben ein je eigenes Verhältnis zu den „materiellen Dingen“, sie konstituieren je eigene Begriffe und Zugänge zur Welt.


Im Themenfeld der Materialität begegnen sich Natur- und Geisteswissenschaften auf spannungsvolle Weise. So werden beispielsweise in den Material- und Nanowissenschaften immer kleinteiligere und vielseitigere Materialien erforscht und entwickelt. Die Mikroelektronik arbeitet mit Werkstoffen an der Grenze ihrer materiellen Fassbarkeit und schafft damit die Grundlage virtueller Welten. Materialität scheint sich hier im digitalen Raum zu verflüchtigen. Andererseits rücken die Geisteswissenschaften aber Fragen der Körperlichkeit und der materiellen Beschaffenheit der Dinge vermehrt in den Fokus, wenn sie beispielsweise die Wirkmächtigkeit der Dinge bei der Entwicklung neuer Menschenbilder und der Formierung von Kultur hinterfragt. In gegenwärtigen Diskursen gehen naturwissenschaftliche Forschung, technologische Entwicklung und geisteswissenschaftliche Reflexion ein enges Verhältnis ein, welches sowohl von Spannungen wie von Komplementaritäten geprägt ist.


Die Henry Arnhold Dresden Summer School 2017 möchte den unterschiedlichen Perspektiven von Kultur, Natur und Technik auf den Themenkomplex Materialität Raum geben und einen intensiven Austausch zwischen ihnen ermöglichen. Dabei wird sie sich mit exemplarischen Bereichen beschäftigen, die entlang der Sichtweisen der beteiligten Institutionen entwickelt werden. So wird sie sich unter anderem mit Diskursen um den Begriff der Leiblichkeit im Spannungsfeld von Natur und Technik befassen – ein Thema, das vor allem für das Deutsche Hygiene-Museum Dresden im Vordergrund steht. Das Verhältnis von Textlichkeit, Materialität und Digitalität wird aus Sicht der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden diskutiert. Die Perspektive der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden befasst sich anhand der kunsttechnologischen Forschungs- und Restaurierungswissenschaften mit der Frage, welche Bedeutung der disziplinenübergreifenden Analyse der Materialität von Kunstwerken in der kunstwissenschaftlichen Forschung zukommt. Wie sich die Materialität dieser Objekte im Anschluss museal vermitteln lässt, soll im Militärhistorischen Museum diskutiert werden. Durch die Beteiligung mehrerer Bereiche der TU Dresden wird es schließlich möglich, diese Perspektiven mit neuesten Forschungen aus dem Bereich der Nanotechnologie und der Materialwissenschaften in Kontakt zu bringen.


Die Henry Arnhold Dresden Summer School 2017 wird eine Vielzahl unterschiedlicher Schlaglichter auf den Themenkomplex Materialität werfen. Als gemeinsames Projekt der Technischen Universität Dresden, des Deutschen Hygiene-Museums Dresden, des Militärhistorischen Museums, der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bietet sie die einzigartige Möglichkeit, theoretische Konzepte und praktische Anwendungen gleichermaßen in den Blick zu nehmen. Dabei werden in einzelnen Führungen und interdisziplinären Workshops konkrete Fragestellungen aus der aktuellen Arbeit der beteiligten Institutionen diskutiert und Handlungsvorschläge erarbeitet. In ihrem zweiwöchigen Programm bietet die Henry Arnhold Dresden Summer School darüber hinaus die Möglichkeit zur vertieften Auseinandersetzung mit den beteiligten Institutionen und ihren Vertretern sowie zu intensiven Diskussionen mit renommierten Experten und Wissenschaftlern.


Modalitäten:
Die Teilnahmegebühr beträgt 250 € pro Person. Kosten für Anreise, Unterkunft und Verpflegung werden übernommen.


Arbeitssprache ist überwiegend Deutsch, einzelne Programmteile und Diskussionen finden in englischer Sprache statt. Internationale Interessenten sind ausdrücklich zur Bewerbung eingeladen. Sie sollten in der Lage sein, Vorträgen in deutscher Sprache zu folgen.


Die Summer School wird von einem Blog (http://dss.hypotheses.org/) begleitet, der von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern geführt wird. Die Bereitschaft, während der Summer School einen oder mehrere Blogbeiträge zu verfassen, sollte demnach vorhanden sein.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung bestehend aus Motivationsschreiben und aktuellem Lebenslauf elektronisch an felicitas.von_mallinckrodt@tu-dresden.de. Das Motivationsschreiben sollte eine Seite nicht überschreiten und den Bezug zum Thema der Henry Arnhold Dresden Summer School 2017 deutlich machen. Die Mitteilung über die Teilnahme erfolgt voraussichtlich bis Ende Juni 2017.

 

Erste Dresden Summer School vom 1. bis 12. Oktober 2012 „Von der Vitrine zum Web 2.0 – Museen, Bibliotheken und Archive im digitalen Zeitalter“; Technische Universität Dresden, Foto: Karl-Ludwig Oberthür