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SKD-Newsletter Juni/Juli 2012

Liebe Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden,

der Sommer kommt und mit ihm besondere neue Sonderausstellungen!

In diesem Newsletter präsentieren wir die Ausstellung zur schönsten Frau der Welt, werfen einen Blick auf die Freundschaft zwischen dem Kunstkritiker Will Grohmann und dem Künstler Josef Hegenbarth, stellen Ihnen Kuntkammerschätze aus dem Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig vor, fragen, was Tracht und Zeichencodes in der Kleidung heute bedeuten, gehen mit den Künstlern Gert und Uwe Tobias ins Kupferstich-Kabinett und zeigen, wie physisch-anthropologische und ethnologische Themen heute im Museum dargestellt werden können.  

Wer auch in diesem Jahr wieder eine Nacht im Museum verbringen möchte, sollte sich den 14. Juli, den Tag der diesjährigen Museumssommernacht vormerken. Auch wir locken mit einem umfangreichen Programm in unsere Museen und Sonderausstellungen. Das Kunstgewerbemuseum eröffnet am 14. Juli um 18 Uhr die Ausstellung déjà vu - Wege einer Form der Düsseldorfer Künstlerin Alke Reh mit einer Performance von Sarah K. Baltzat und Absolventen der Palucca Schule Dresden. Und um 20 Uhr führt die Künstlerin selbst durch ihre Ausstellung.
Das komplette Programm der Museumssommernacht 2012 mit allen Veranstaltungen der SKD finden Sie hier zum Nachlesen.

Zum Schluss gibt's noch Neues aus dem Albertinum!
Contemporary Art Depot - CAD 2012 ist ein neues Ausstellungsformat, das zeitgenössische Arbeiten von Diplomanden, Absolventen und Meisterschülern der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) im Albertinum präsentiert. Den Anfang macht die Objekt-Ton-Installation "lokal" von Antje Blumenstein. Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier.

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Die Sixtinische Madonna. Raffaels Kultbild wird 500

Unsere große Jubiläumsausstellung!

Erstmals wird die gesamte Geschichte der Sixtinischen Madonna (1512/1513) von Raffael in einer Ausstellung chronologisch gezeigt: von der Entstehung in der römischen Renaissance bis hin zum globalen Mythos in der Gegenwart. Das Herz der Ausstellung bildet ein hochkarätiges Ensemble an Werken Raffaels und seiner Zeit um die "Sixtinische Madonna".

In weiteren Sektionen erfahren Sie mehr über den spektakulären Ankauf des Gemäldes für die Gemäldegalerie Alte Meister, können seinen Weg zum Mythos verfolgen und die beiden Engelchen genauer betrachten, die sich am unteren Bildrand befinden, 1800 zum ersten Mal als eigenständiges Bildmotiv erschienen und seitdem ihre ganz eigene "Karriere" antraten.

Erstmals wird die "Sixtinische Madonna" in der Ausstellung mit einem neuen Rahmen präsentiert. Der bisherige Neorenaissancerahmen, der das Bild seit 1956 umgab, wird ersetzt durch einen materialtechnich kopierten oberitalienischen Tabernakelrahmen. Der neue Rahmen reflektiert die sakrale Herkunft von Raffaels Gemälde und fördert die ästhetische Wirkung dieses Ausnahmebildes, so dass eine neue Begegnung mit der Sixtinischen Madonna möglich wird.

Die große Jubiläumsausstellung wird im Erdgeschoss der Gemäldegalerie Alte Meister gezeigt. Dafür verließ die "Sixtinische Madonna" seit 20 Jahren erstmals ihren angestammten Platz. Die dort entstandene Leerstelle füllt ein Kunstwerk der Fotografin Katharina Gaenssler. Über mehrere Tage hinweg lichtete die Künstlerin die Sichtachse durch die Hauptsäle auf die Sixtinische Madonna in tausenden von Detailfotografien ab, um sie anschließend in einer übergroßen digitalen Collage erneut zusammenzusetzen. Diese bildete die Vorlage für einen wandfüllenden Gobelin, der die Abwesenheit des Originals zum Thema erhebt und damit einen neuen Blick auf ein Meisterwerk der Kunstgeschichte erlaubt.

Alles Wissenswerte zur Jubiläumsausstellung lesen Sie unter www.skd.museum/sixtina.

Die Sixtinische Madonna. Raffaels Kultbild wird 500 läuft bis zum 26. August 2012 täglich von 10 bis 18 Uhr, Do und Sa bis 21 Uhr - am 14.07. nur bis 18 Uhr - in der Gemäldegalerie Alte Meister.

 

"Eine comédie humaine unserer Zeit". Josef Hegenbarth und Will Grohmann – der Zeichner und sein Interpret

Neues aus dem Josef-Hegenbarth-Archiv

Unter dem Titel »Eine comédie humaine unserer Zeit« – Josef Hegenbarth und Will Grohmann – der Zeichner und sein Interpret wird die freundschaftliche Verbindung zwischen Künstler und Kritiker beleuchtet. Der Kunstkritiker Will Grohmann (1887-1968) unterhielt zu vielen Künstlern ein enges Verhältnis und förderte sie oft über viele Jahre hinweg.

Unter den ostdeutschen Künstlern gilt sein Verhältnis zu dem Dresdner Illustrator und Maler Josef Hegenbarth (1884-1962) als einzigartig. Mit ihm pflegte er wie mit keinem anderen einen intensiven Kontakt, der Jahrzehnte währte. Die Ausstellung des Hegenbarth Archivs zeigt ausgewählte grafische Arbeiten von Hegenbarth und Texte von Grohmann und gewährt zudem Einblicke in zuvor nie gezeigte Dokumente über den persönlichen Austausch beider.

Die Ausstellung des Josef-Hegenbarth-Archivs ist eine Einstimmung auf die Sonderausstellung Im Netzwerk der Moderne. Kirchner, Braque, Kandinsky, Klee ... Richter, Bacon, Altenbourg und ihr Kritiker Will Grohmann, die ab 27. September in der Kunsthalle im Lipsiusbau präsentiert wird. Diese wird umfassend über das Leben und Wirken des Kunstkritikers und dessen Zusammenarbeit mit "seinen" Künstlern berichten.

"Eine comédie humaine unserer Zeit" Josef Hegenbarth und Will Grohmann – der Zeichner und sein Interpret wird bis zum 2. September 2012 gezeigt. Die Ausstellungsräume des Josef-Hegenbarth-Archivs präsentieren sich nach behutsamer Renovierung erstmals seit der Eröffnung des Hauses 1998 in neuem Gewand und mit veränderten Öffnungszeiten. Jeweils samstags und sonntags hat das Archiv 15 bis 18 Uhr geöffnet. Ansonsten ist ein Besuch - auch der Ausstellung - jeweils donnerstags nur nach Voranmeldung unter Tel. 0351- 4914 3211 möglich.

 

Herzog Anton Ulrich zu Gast in Dresden

Besuch aus Braunschweig im Neuen Grünen Gewölbe

Im Sponselraum des Neuen Grünen Gewölbes sind seit dem 13. Juni Schatzkammerstücke des Herzog Anton Ulrich-Museums Braunschweig zu sehen. Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel (1633-1714) zählt zu den herausragenden Sammlerpersönlichkeiten des Barock. Seine vielseitigen künstlerischen Interessen und der Anspruch, eigens für die Präsentation seiner Kunstsammlungen bestimmte Räumlichkeiten zu schaffen, verbinden ihn mit seinem Zeitgenossen Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (1670-1733), genannt August der Starke. Herzog Anton Ulrich ließ sein 1694 eingeweihtes Lustschloss Salzdahlum nach und nach durch zahlreiche Sammlungsräume, wie beispielsweise einer Großen Galerie, erweitern. 1723 begann unter August dem Starken der Ausbau des Grünen Gewölbes im Dresdner Stadtschloss als neue Schatzkammer.

Die ausgestellten Schatzkammerstücke entstammen vornehmlich den Bereichen der Skulptur, Keramik sowie Steinschneidekunst und korrespondieren auf besondere Weise mit den kunstfertigen Arbeiten des Grünen Gewölbes.

Die Schau Herzog Anton Ulrich zu Gast in Dresden. Schatzkammerstücke des Herzog Anton Ulrich-Museums Braunschweig wird bis zum 3. Oktober 2012 im Sponselraum des Neuen Grünen Gewölbes täglich von 10 bis 18 Uhr - außer dienstags - präsentiert.

 

Sächsische Volkstrachten, HipHop und Nadelstreifen

Was bedeutet eigentlich Tracht ...

... und wann ist Tracht eine Tracht? Das große Trachtenfest von 1896 in Dresden gilt als der letzte große Auftritt der originalen Trachten des Königreichs Sachsen. Ausgehend von diesem Ereignis blickt die neue Ausstellung des Museums für Sächsische Volkskunst auf die Geschichte der Trachten zurück und wirft einen neugierigen Blick auf unser zeitgenössisches Kleidungswesen. Die Ausstellung unter der künstlerischen Leitung von Holger John zeigt originale Trachten und authentische Outfits, historische Dokumente sowie aktuelle Fotografien von Frank Höhler und Zeichen-Kunst von Holger John.

Bis weit in das 18. Jahrhundert hinein war Tracht zum Beispiel einfach das, was getragen wurde: Kleidung also. Diese war abhängig von regionalen Gepflogenheiten, sozialem Stand, Beruf, Gesinnung und Wohlstand der Träger. Altenburger und Vogtländer Trachten erzählen von einer Kleiderordnung, die präzise den Status des Trägers oder der Trägerin in der vorindustriellen Gesellschaft kundtut. Wie ausdifferenziert und feinteilig eine solche Kleiderordnung sein kann, zeigt das noch heute bei bestimmten Festen gelebte Trachtenreglement der Sorben, das bis ins letzte Detail festlegt, welche Tracht von wem bei welcher Gelegenheit und unter welchen Umständen wie getragen wird.

Wer nun aber glaubt, in unserer heutigen durch Freiheit und Selbstbestimmung geprägten Zeit seien solche Regeln überholt, der irrt jedoch. Ein Blick auf die Kleidung von Hip-Hoppern, Gothics, Punks oder Rockern offenbart ähnlich ausgeklügelte Regeln, Verbote und Insidercodes.

Die Ausstellung Sächsische Volkstrachten, HipHop und Nadelstreifen läuft ab dem 16. Juni bis zum 4. November 2012 täglich von 10 bis 18 Uhr - außer montags im Museum für Sächsische Volkskunst, Jägerhof (Köpkestr. 1, 01097 Dresden).

 

Vorschau: Gert & Uwe Tobias. Dresdener Paraphrasen

Zeitgenössische Kunst im Kupferstich-Kabinett

Mit ihren übergroßen farbigen Holzschnitten und unkonventionellen Schreibmaschinenzeichnungen haben Gert und Uwe Tobias (*1973) in den letzten Jahren international große Anerkennung gefunden.
Für die Ausstellung im Kupferstich-Kabinett stellten sich die Künstlerbrüder erstmals einer besonderen Herausforderung: Sie wählten aus dem umfangreichen Bestand des Museums grafische Meisterwerke vergangener Jahrhunderte aus, die sie zeitgemäß interpretierten und aktualisierten. Gert und Uwe Tobias haben für diesen künstlerischen Dialog, der den Reiz der sogenannten "Dresdener Paraphrasen" ausmacht, mehr als 40 Werke der zeitgenössischen Grafik geschaffen.

Die "Dresdener Paraphrasen" von Gert & Uwe Tobias beschreiben nicht allein einen Kulturtransfer zwischen historisch nobilitierten Meisterwerken und einer aktuellen Position der zeitgenössischen Kunst. Sie öffnen die Augen für ästhetische Parallelwelten, die bis heute nichts von ihrer Präsenz und Bildkraft verloren haben.

Die Ausstellung Gert & Uwe Tobias. Dresdener Paraphrasen ist ab dem 22. Juni bis zum 17. September im Kupferstich-Kabinett, Residenzschliss täglich von 10 bis 18 Uhr - außer dienstags - zu sehen.

 

Vorschau: The Subjective Object - Von der (Wieder-)Aneignung anthropologischer Bilder

13 Teilnehmerinnen des Masterstudiengangs "Kulturen des Kuratorischen" entwickeln eine Ausstellung

In Zusammenarbeit mit dem GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig ist eine Ausstellung entstanden, die der Frage nach Darstellungspraxis physisch-anthropologischer und ethnologischer Themen im Museum und dem Abbilden des als fremd empfundenen „Anderen“ nachgeht.

Gezeigt werden Diaprojektionen, Videoinstallationen, Texte, Grafiken und Fotografien. Der Fragestellung näherten sie sich aus drei Perspektiven:

Erstens wird anhand der Fotografiesammlung des deutschen Anthropologen Egon von Eickstedt (1892-1965) der Umgang mit Archivmaterial aus den Sammlungen des GRASSI Museums für Völkerkunde zu Leipzig und des Museums für Völkerkunde Dresden exemplarisch beleuchtet. Von Interesse ist hier ob und wie Bilder des „Anderen“, die im Rahmen anthropologischer und ethnografischer Sammeltätigkeiten entstanden sind, heute präsentiert werden können.

Der zweite Blick richtet sich auf zeitgenössische künstlerische Positionen, die sich kritisch mit den wissenschaftlichen Disziplinen Ethnologie und Anthropologie auseinandersetzen. Diese werden als Ausgangspunkt eines Bildes des „Anderen“ in der Moderne verstanden. Deutlich wird letzteres etwa in den Arbeiten der indischen Künstlerin Pushpamala N. Sie reinszeniert historische Fotografien anthropologischer Vermessungen und stereotyper Darstellungen südindischer Frauen, um ethnografische Methoden zu hinterfragen. Neben ihrer Arbeit werden Werke der folgenden Künstlerinnen und Künstler zu sehen sein: Clifford Borress (NL), Dias & Riedweg (BR & CH), Rajkamal Kahlon (IN), Nástio Mosquito (AO), Pushpamala N (IN), Raqs Media Collective (IN).

Die dritte und letzte Perspektive beleuchtet die aktuelle gesellschaftspolitische Situation der Adivasi, der indigenen Bevölkerung Indiens. Die Forschung zu den Adivasi war ein Schwerpunkt in der Tätigkeit Egon von Eickstadts.

Der Masterstudiengang Kulturen des Kuratorischen ist ein weiterbildendes Studienangebot der HGB Leipzig. Das Ziel der Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist der wissenschaftliche Austausch sowie die Bestrebung Forschung und Lehre auf eine breite praktische und theoretische Basis zu stellen.

Die Ergebnisse des Ausstellungsprojekts The Subjective Object - Von der (Wieder-)Aneignung anthropologischer Bilder sind vom 22. Juni bis 26. August 2012 jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr im GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig zu sehen.

 
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